Saisonrückblick HSV – von Jule Mollin

HSV – Unaufsteigbar?! Die 1. sowie 2. Bundesliga konnte die Saison trotz der Umstände durch Corona beenden. Damit stehen natürlich auch die Auf- sowie Absteiger der Ligen fest. Wie bereits befürchtet, zählt der HSV nicht zu den Top 3 in der zweiten Liga. Es hatte sich bereits angedeutet, trotzdem bewahrte man sich die Hoffnung bis zum letzten Spieltag. Nachdem die letzten Spieltage der Hinrunde in Niederlagen und Unentschieden endeten, hatte der HSV viel (aber nicht alles) gegeben, um das Blatt noch zu wenden. Das erste Heimspiel der Rückrunde gewann man mit 4:1 gegen den Club aus Nürnberg. Bis zum Stadtderby gegen den Erzrivalen FC St. Pauli punkteten die Rothosen ziemlich ordentlich, sodass man oben in der Tabelle ziemlich gefestigt stand und eher weniger zu befürchten hatte. Wie in der letzten Saison auch war das Stadtderby erneut der Auslöser für den großen Abwärtstrend der Saison. In der letzten Saison hatte man gegen die Kiezkicker gewonnen, aber in dieser Saison verloren. Gleich zweimal. Als wäre diese Blamage noch nicht groß genug. Nein. Es folgte direkt darauf eine Niederlage gegen Aue.

Während die Saison wegen Corona unterbrochen wurde, haben anscheinend einige HSV Spieler, die in sehr guter Form waren, an Form verloren. Ziemlich extrem sogar. Nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs verschenkte der Club viele Punkte durch Treffer in der Nachspielzeit. In neun Spielen verschenkte man leichtfertig zehn Punkte, die einem den Aufstieg garantiert hätten. Spieler wie Kittel und Jatta hatten an Form verloren. Fehlpässe, schlechte Dribblings und zu harmlose Offensivaktionen häuften sich, sodass der HSV nicht rechtzeitig den Deckel drauf machen konnte. So wurde es allen Hamburgern sehr schnell klar, dass man bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg in die Bundesliga zittern müsse.

Man verlor die wichtigen Spiele gegen die direkten Konkurrenten VfB Stuttgart und FC Heidenheim mit 3:2 bzw. 2:1 (natürlich fielen die Siegtreffer in der Nachspielzeit ;)). Am Ende war klar, dass der HSV den direkten Aufstieg nicht mehr schaffen und sich nur in die Relegation „retten“ könnte. Das kommt , wenn ich mich nicht irre, vielen HSV-Fans sehr bekannt vor. So brauchte man gegen Sandhausen mindestens einen Punkt, wenn Heidenheim in Bielefeld verlieren würde oder einen Sieg, falls Heidenheim unentschieden spielte. Sollte Heidenheim gewinnen, könnte man es drehen und wenden wie man wollte, aber der HSV würde die Relegation nicht erreichen.

Als man dann am Sonntag, den 28.6.2020, um 15:30 Uhr gespannt vor dem Fernseher saß, um hoffentlich die Relegation feiern zu können, folgte die schnelle Ernüchterung, denn Sandhausen führte gegen den HSV. Die Fans sahen ein grausames Spiel ihrer Mannschaft und konnten sich nur über den Führungstreffer der Arminen gegen Heidenheim freuen. Auf die Freunde aus Bielefeld ist eben Verlass! Die versprochene bzw. geforderte Schützenhilfe blieb nicht aus und die Bielefelder bezwangen den FC Heidenheim mit 3:0. Obwohl der DSC bereits als Meister feststand, hatten sie nicht auf Pause gedrückt, sondern letztendlich verdient gewonnen (und so nebenbei bemerkt wurden sie auch mehr als verdient Meister der zweiten Liga. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle :)!). Jetzt musste nur der HSV gegen Sandhausen mindestens einen Punkt holen. Das dürfte eigentlich nicht so schwer sein. Zwischenzeitlich war aber das 0:2 gefallen und alles schien, als wenn die Heidenheimer trotz einer Niederlage die Relegation gegen Werder spielen dürften. Der zwischenzeitliche Anschluss motivierte die Hanseaten aber eher weniger. Sie blieben unkreativ in der Offensive und die Defensive war zu offen. Ein unnötig verursachter Elfmeter killte die Rothosen letztendlich. Trotzdem hatte Sandhausen noch nicht genug und spielte weiter nach vorne, sodass (natürlich in der Nachspielzeit) auch Dennis Diekmeier, der Ex-Hamburger, zum Abschluss dieser Saison treffen durfte. Er bescherte dem HSV das 1:5 und auch den 4. Platz in der Tabelle. Das einzige, was der HSV nun von diesem Spiel hat, sind vier verletzte Verteidiger (van Drongelen, Gyamerah, Ewerton, Jung).

Ist der HSV etwa unaufsteigbar? In der letzten Saison standen sie auf Platz 4 und in der aktuellen auch wieder. Obwohl in den Sozialen Netzwerken mal wieder viel über den HSV gelacht wird, glaube ich weiterhin an den Aufstieg in der nächsten Saison, denn wie heißt es so schön? „Mein Hamburg lieb’ ich sehr, sind die Zeiten auch oft schwer, weiß ich doch, hier gehör ich her.“

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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