Grüße aus dem Homeoffice – Tag 29 von Finja Trau

Existenzielle Fragen – das Ich in der Krise

Vergleicht man unsere heutige Welt mit der früheren, denken wir sofort an eine moderne, technisierte und vermeintlich einfachere Welt. Doch stimmt das überhaupt? Ist es heute wirklich einfacher? Oder treibt uns die Welt, wie sie heute ist, nur noch mehr in die Verzweiflung?

Krise… Was ist eigentlich eine Krise?

Wir denken sofort an

Wirtschaftskrise

politische Krise

Finanzkrise

Flüchtlingskrise … Klar, das wird uns ja ausreichend im Politik- und Geschichtsunterricht vermittelt. Massenhaft Krisen in den Nachrichten, dort betrifft es zwar immer mehrere Menschen, ganze Menschenmassen, nur – die sind weit weg. Doch was ist mit mir? Ich… ein kleiner Teil der Gesellschaft. Ist meine persönliche Krise überhaupt bedeutsam? Kann man überhaupt von einer „Krise“ sprechen, wenn es nur mich betrifft?

Ein Beispiel: Neue Technologien bieten neue Möglichkeiten: Der Fortschritt in der Medizin ermöglicht neue Heilungsmethoden, um Leben zu retten. Untersuchungsmethoden, die Gesundheitsstadien offenbaren.

Wir denken sofort: Klar, toller Fortschritt! Doch stimmt das wirklich? Natürlich ist es gut, wenn Krankheiten früh erkannt werden, doch sie zwingen uns in anderen Fällen auch zu Entscheidungen, die wir vielleicht bereuen. Techniken, die noch vor der Geburt des Kindes vorhersagen, ob es gesund ist oder nicht. So könnte man dem ungeborenen Kind frühestmöglich helfen oder ist im Zwiespalt … die Entscheidung … es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, ob ein ungeborenes Kind gesund oder krank ist und trotzdem verlangt der Arzt eine Entscheidung: Dem Kind das Leben schenken oder … Ein Zwiespalt, eine persönliche Krise.

Noch ein Beispiel: Social Media prägt unseren Alltag, erleichtert uns den Kontakt mit Freunden und stellt uns jeden Tag vor die Entscheidung: Soll ich lernen oder doch lieber mit Freunden schreiben? Oh… ein neues Bild auf Insta… eine neue Nachricht auf WhatsApp… Einblicke in das Leben anderer. Privatsphäre, für jede(n) etwas anderes, die uns, durch Medien verursacht, in den Wahnsinn treiben kann – oder in eine persönliche Krise, wenn die Likes ausbleiben, wir keine Reaktionen bekommen…

So unterschiedlich die Altersklassen unserer Gesellschaft sind, so unterschiedlich sind auch die Interessen und die jeweiligen Krisen. Nicht jede Krise betrifft jeden von uns in gleicher Form, schon wegen des unterschiedlichen Alters und der unterschiedlichen Lebenserfahrung.

Doch jede(r) von uns durchlebt Krisen. Kleine Krisen, weil wir uns beim Bäcker nicht entscheiden können, welches Brötchen wir kaufen sollen. Große Krisen, wenn wir etwas getan haben, was wir im Nachhinein bereuen und von dem wir nicht wissen, wie wir es wieder gutmachen sollen.

Und jede(r) von uns durchlebt und übersteht Krisen in anderer Form bedingt durch unsere unterschiedlichen Persönlichkeiten. Doch eines haben wir alle gemeinsam: Jede(r) befindet sich mindestens einmal im Leben in einer Krise und beweist seine persönliche Stärke darin, mit ihr umzugehen und sie zu überstehen.

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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