Wöchentliche Kolumne: Jogginghosen machen Leute

In welcher Kleidung man in die Schule kommt, ist heutzutage nicht mehr nebensächlich. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und möchte seinen Stil ausleben. Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Oft sind es Jungen, die Jogginghosen oder bequeme Kleidung wählen, im Gegensatz dazu tragen Mädchen eher Jeans oder knallenge Sportleggings.

Gerade also bei Jugendlichen ist die Jogginghose sehr beliebt. Und da jeder weiß, dass die Pubertät kein Kinderspiel ist, sollten doch die restlichen Menschen Verständnis für die 14- bis 16-jährigen aufbringen, wenn diese sich nicht auch noch in steife Kleidung zwängen wollen.

Wenn wir schon dabei sind, die Jogginhosen quasi als neue Schuluniform einzuführen, wäre es doch sinnvoll, sich auch des unbequemen Gestühls zu entledigen, um dieses durch Sofas und Fernseher zu ersetzen, damit man sich richtig wie zu Hause fühlen kann.

Hätten Menschen wie Karl Lagerfeld bestimmt nichts gegen Sofas in Schulen einzuwenden, ist deren Schmerzgrenze jedoch bei Jogginghosen erreicht. Allein der Anblick solcher Kleidungsstücke ließ sein Herz weinen. In einer der zahllosen, oberflächlichen Talkshows formulierte der „Modegott“ den denkwürdigen Satz: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Klar hat so ein „Modegott“ recht, aber auch die Pubertierenden haben ein Recht auf einen eigenen, wenn vielleicht auch schlechten Stil.

Ist die Jogginhose erstmal flächendeckend in die Schule eingeführt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Jogginhosen-Virus auch die Lehrerschaft befällt. Selbst Lehrer sollte man ihren eigenen Kleidungsstil zugestehen.

Einen kleinen Nachteil hat die schöne, neue Jogginhosen-Welt jedoch, Karl Lagerfeld müsste dann auf dem Mond um Asyl bitten.

Eine Kolumne von Elise Seiferth

Heimliche Helden der Eichenschule – Herr Friedrich

Wir haben Herrn Friedrich zum Abschluss seiner Zeit an der Eichenschule interviewt.

Journalismus-WPK: Wie lange arbeiten Sie schon an der Eichenschule?

Herr Friedrich: Viel zu lange. Fast 37 Jahre.

Journalismus-WPK: Wo haben Sie gearbeitet, bevor Sie Hausmeister an der Eichenschule waren?

Herr Friedrich: In Rotenburg als Kaufmann bei einer Firma, die es nicht mehr gibt.

Journalismus-WPK: Was hat Ihnen besonders gut an Ihrer Arbeit gefallen?

Herr Friedrich: Die Vielfältigkeit.

Journalismus-WPK: Welche Tätigkeiten erledigen Sie in Ihrem Hausmeisterraum?

Herr Friedrich: Bürokram.

Journalismus WPK: Was war Ihr größtes Projekt, was Sie je an der Eichenschule betreut haben?

Herr Friedrich: Die Sporthalle, den Solitär und das Mehrzweckgebäude.

Journalismus-WPK: Welcher Moment war der Beste und Schlechteste, den Sie miterlebt haben?

Herr Friedrich: Es gibt zu viele Momente.

Journalismus-WPK: Wie viele Bälle haben Sie in Ihrer Berufszeit schon ca. von den Dächern der Eichenschule geholt?

Herr Friedrich: (lacht) 30 Stück waren es bestimmt schon.

Journalismus-WPK: Was ist Ihre Meinung zum Neubau des Theatersaals?

Herr Friedrich: Das gute ist: Alles ist auf dem Gelände, alles ist vor Ort. Das Gehen zum alten Theatersaal fällt weg.

Journalismus-WPK: Wie viele Stunden arbeiten Sie täglich an der Eichenschule? (Ab wann, bis wann?)

Herr Friedrich: 6:20 bis 16 Uhr oder 7:20 bis 17 Uhr, plus Elternabende

Journalismus-WPK: Haben Sie schon Pläne für Ihren Ruhestand?

Herr Friedrich: Pläne genug, Arbeit genug

O-Töne:

Frau Weisker:

Hilfsbereit, immer für die Schule da, kommt auch am Wochenende. Er ist immer ein Ansprechpartner für Lehrer, wenn Hilfe gebraucht wird.

Frau Hantsche:

Verlässlich und tut alles für die Schule, was notwendig ist.

Frau Anders:

Der beste Hausmeister der Welt.

Herr Haß:

Fleißig.

Im Namen des Journalismus-WPK der 9. Klassen danken wir Herrn Friedrich für sein Engagement an der Eichenschule und das Interview.

Wöchentliche Kolumne: Schönheitsideale – Size Zero

Dünn, dünner, am dünnsten – Ist man automatisch schön, wenn man dünn ist?

352 Tausend Fans verfolgen Celine Bethmann, die Germany’s Next Topmodel Gewinnerin von 2017, auf Instagram. Fast täglich postet sie Bilder und Videos aus ihrem Alltag. Ihre Beine kaum dicker als ihre Arme, das Dickste an ihren Beinen sind ihre Knie.

Sie ist Vorbild vieler junger Mädchen, die jedes Jahr mit Begeisterung auf die nächste Staffel Germany’s Next Topmodel warten.

Die diesjährigen Kandidatinnen müssen sich am Anfang der Staffel ein Statement zu sich geben, das sie beschreibt bzw. ausmacht. Nachdem ich Statements wie:

„Man weiß ja, dass man relativ hübsch ist“ , „Ich bin High Fashion und das weiß ich“, „Ich bin überhaupt nicht oberflächlich!“, gelesen hatte, waren meine Erwartungen und Hoffnungen ein paar nette Kandidatinnen zu sehen gleich null.

Während noch der Vorspann läuft, in dem sich Heidi Klum wie immer von ihrer besten Seite zeigt, setze ich mich mit meiner Tüte Salt& Vinegar Chips vor den Fernseher, sehr wohl in dem Bewusstsein, dass ich gleich wieder in die eingefallenen Gesichter der neuen Möchtegern-Models der diesjährigen Staffel gucken werde und sich mir nun unweigerlich die Frage stellt, wann und ob diese Mädchen überhaupt schon einmal etwas anderes als Proteinshakes, Detox-Water, Avocadotoast und Unkraut-Salat zu sich genommen haben. Sie lachen gekünstelt in die Kamera, staksen über einen Laufsteg nach dem anderen und geben ihr Bestes, um ein begehrtes „Foto“ zu erhalten.

Was ein Traum vieler Mädchen in meinem Alter ist, ist für diese teilweise noch minderjährigen, ultradünnen Mädchen hinter dem Fernsehbildschirm Realität geworden.

In jeder Staffel fließen viele Tränen und es wird viel gestritten, meistens, um sich dann zwei Folgen später vor der Kamera zu vertragen. Zwei der Kandidatinnen werfen sich mit einer Flasche ab, was letztendlich in Tränen endet, sodass man sich schon die Frage stellen kann, ob die Karriere der 16-Jährigen nun vorbei ist, da sie „(…) ein kaputtes Knie, eine kaputte Schulter, ein kaputtes Kreuz und einen kaputten Ellenbogen!“ habe. Dramatische Minuten. Die Betroffene berichtet unter Tränen, die Flasche habe sie an der Pulsschlagader getroffen. Die Not-Op bleibt jedoch aus. Die Zuschauer atmen vor Erleichterung aus.

Nachdem die Zuschauer die nächsten, nach wie vor durch und durch dramatischen Minuten gebannt schauen, funkt plötzlich der dicke Mann von der Check-24 Werbung mit seinem unermüdlichen Dauerlächeln dazwischen. Was nun kommt, ist unschwer zu erahnen: nach ca. 30 Minuten der eigentlichen Serie, kommen nun ca. 3 Stunden Werbung als Ausgleich. Jetzt ist der Moment gekommen, an dem man sich entweder dazu entscheidet, das gesamte Programm durchzuzappen, genervt abzuwarten oder einfach doch abzuschalten. Letzteres wäre wohl die sinnvollste Variante.

Als Fazit kann man sagen, dass man sich diese Serie eigentlich sparen könnte, sie aber vermutlich auch nächstes Jahr, wie immer, gucken wird. Auch wenn praktisch jede Folge inhaltsloses Drama zeigt, möchte man natürlich doch irgendwie wissen, wer von den minderjährigen Stockmädchen das letzte „Foto“ bekommt.

Eine Kolumne von Friederike Zukunft (Autorin)