Bild der Woche #11: Aus dem Kunstarchiv der Eichenschule

Wo auch immer es euch über das lange Himmelfahrtswochenende hinzieht, wir wünschen allzeit sichere Fahrt. Ein Kunstwerk von Florentine aus dem Schuljahr 2017-18.

Florentine, Jg. 7 (2017-18)

Kommt Sucht wirklich nicht von „suchen“?!

Nach über zwei Jahren coronabedingter Zwangspause hat der allseits bekannte „Theaterfrühling“ an der Eichenschule wieder begonnen. Der WPK Theater der 8. Klassen führte unter Leitung von Herrn Anders das Stück „Kommt Sucht von „suchen“?“ auf. Das Stück, das am 18. und 20.05 zu sehen war, behandelte bestimmte Süchte und ihre Folgen, die in der Gesellschaft immer präsent, aber gleichzeitig verschwiegen sind.

Als der Vorhang sich öffnete, hatte das Publikum den perfekten Blick auf die achtzehn gegenüber von einander auf Stühlen gereihten Schauspielerinnen und Schauspieler, als eine weitere von ihnen an den Tisch zentral der beiden Stuhlreihen trat. Schon wurde das Publikum in die Situation eingeweiht – es handelte sich um eine Schulklasse und ihre Lehrerin. Diese ließ sogleich auch Arbeitsblätter verteilen, auf denen Informationen zu verschiedenen Süchten standen, sodass die SchülerInnen Plakate zu den verschiedenen Themen gestalten sollten. Es ging um:

Alkoholsucht; Spielkonsolen- und Handysucht; Drogensucht; Shoppingsucht; aber auch Magersucht.

Nachdem die Lehrerin natürlich das Klischee kaffeeliebender Lehrkräfte bediente und das Publikum zum Lachen brachte, wie auch die dargestellten SchülerInnen es immer wieder taten, die sich über das Thema der Stunde lustig machten und beschwerten, schon wieder Plakate erstellen zu müssen.

Ihre Lehrerin, die inzwischen merklich auf dem Zahnfleisch ging, kam dem Wunsch ihrer SchülerInnen nach und ließ sie stattdessen Szenen zu den Themen spielen.

Ab diesem Punkt verschwamm das Stück zu einem Theater im Theater, was die Geschichte plötzlich viel nahbarer machte, sodass man sich mit den sehr aktuellen und schnell vergessen Themen viel intensiver auseinandersetzte.

Während die Szene im Klassenzimmer noch lustig und frei wirkte, wurde es nun ernster. Dennoch wurde der ein oder andere Witz eingeworfen, wodurch auch hier das Stück seine Lebhaftigkeit behielt und auch angesprochene Tabus bei dem Thema Sucht in den Schatten stellte.

Alle Süchte hatten ihre einzelnen Szenen, bei denen – hier ebenfalls pandemiebedingt – auch die Lehrerin mal einen Schüler oder Schülerin ersetzen musste. Die souverän und überzeugend gespielten Szenen wurden bei fast ausgeschaltetem Licht umgebaut und wenn man den einen oder die andere etwas sagen hörte, musste man sich erst einmal daran erinnern, dass dies Teil des Stückes war – schließlich bauten gerade Schülerinnen und Schüler in ihrer Klasse die Szene um. Auch hier wirkte das Stück viel unmittelbarer.

In den Szenen zu den Süchten ging es eher weniger um die Ursachen der Süchte, sondern um den Umgang mit ihnen und die Folgen solcher Süchte – bis plötzlich jemand die Lehrerin fragte, ob Sucht nicht doch von „suchen“ käme? Vielleicht seien Menschen mit einer Sucht ja auf der Suche nach sich selbst? Oder würden sie sich nicht noch mehr verlieren? Während die Lehrerin den wahren Ursprung des Wortes „Sucht“ erklärte, wurde mit jeder Szene mehr klar, dass Sucht wirklich nicht von „suchen“ kommen kann. Eine Darstellerin verlor in der Szene die Kommunikation mit ihrer Mutter durch ihre Sucht und konnte ihre wahren Gefühle über die Trennung ihrer Eltern nicht verarbeiten. Eine andere verlor sich selbst im Shopping-Rausch und gab all ihr Geld und das ihrer Freundinnen aus, deren Vertrauen sie sich inzwischen beim Thema Geld leihen fast verspielt hatte und sogar begann zu stehlen. Wiederum eine andere Darstellerin verlor sich, indem sie nur noch darauf achtete, keine Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, bis sie sogar das Restaurantpersonal anschrie.

Aber neben Folgen und dem auch familiären Umgang mit Süchten wurde am Ende in einer Szene verschiedensten Personen die Frage gestellt „Was macht uns stark?“. Auch als SchülerInnen stellten sich Schauspielerinnen und Schauspieler diese Frage, sodass auch das Publikum sich diese Frage stellen musste.

Nach einem verdienten, ausgiebigen Applaus und einer Tanzeinlage wurde genau zu solcher Diskussion geladen. Im Publikum wurden Mikrofone herumgereicht, um sich zu der schauspielerischen Leistung und generell dem Thema „Sucht“ zu äußern. Herr Anders stellte außerdem die Frage, ob es gereicht hätte, dass bis auf Requisiten kein Bühnenbild die Schauspielenden unterstützt hatte, was das Publikum klar bestätigte. Denn somit wirkten die kleinen Szenen für sich selber und das Thema brachte einen viel mehr zum Nachdenken.

Das Stück beschäftigte sich mit einer besonderen Perspektive – der von Schülerinnen und Schülern – mit dem Thema Sucht. Durch einen freien und gleichzeitig respektvollen Umgang mit diesem sensiblen Thema, aber auch Schlagfertigkeiten wurde mit Tabus gebrochen und gesellschaftliche Probleme deutlich dargestellt, die durch eine Sucht entstehen oder sogar eine mögliche Ursache einer Sucht sein können und wie solche auch engste Familien und Freundschaften belasten können.

Paula Holste

Kann Müll in Supermärkten vermieden werden? Wir haben hinter die Kulissen des Combimarktes Scheeßel geschaut!

Die Umwelt nicht mit unserem Müll zu belasten wird immer wichtiger.

Doch wie viel Müll wird überhaupt in Supermärkten täglich produziert? Was passiert mit dem Abfall?

Um diese Fragen zu klären, wollten wir direkt in den Supermärkten mehr über dieses Thema erfahren. Dafür haben wir den Marktleiter des Combi-Marktes, Kai Baden, in Scheeßel am 28.03 interviewt und waren sehr überrascht, was alles mit dem Müll passiert.

Herr Baden erklärte uns dann viel zu diesem Thema, zum Beispiel, dass es immer unterschiedlich sei, wie viel Verpackungsmüll an dem jeweiligen Wochentag entstehe. Er selber wisse nicht genau, wie viel Müll insgesamt entsteht, jedoch müsse die Papppresse des Supermarktes meistens alle zwei Tage gelehrt werden, was bedeute, es entstehe schon eine gewisse Menge an Müll.

Es werde allerdings versucht, möglichst viel Müll zu vermeiden. So würden Produkte, die das Verfallsdatum überschritten hätten, nicht sofort weggeworfen, sondern meistens stark reduziert, so dass die Kunden die Chance hätten, diese Produkte billiger zu erwerben. Außerdem werde Obst, das man noch essen kann, also zum Beispiel nur braune Stellen aufweise, an die Tafel gespendet, also nicht automatisch entsorgt.

Jeden Morgen werde eine „Frischekontrolle“ durchgeführt, um Produkte auszusortieren, beispielsweise Fleisch werde nach dem Verfallsdatum natürlich nicht mehr gespendet. Der meiste entstehende Verpackungsmüll sei Plastik und Pappe von den Verpackungen. Die Flaschen aus dem Leergutautomaten würden recycelt werden und so könne weiterer Müll vermieden werden. Außerdem würde auch wegen des derzeitigen Mangels an Produkten wie Mehl oder Öl eine Regel eingeführt, die besage, dass nur noch haushaltsübliche Mengen eingekauft werden dürften. Jedoch versuchen die Kunden diese solidarische Regel, die dazu dienen solle, dass alle Kunden Zugriff auf die begehrten Produkte hätten, oftmals zu umgehen, erzählte uns Kai Baden.

Von: Svea, Mareike und Leonie

Wir haben eine Europa-AG?!

Die Eichenschule ist seit 2016 eine von wenigen sogenannten „Europaschulen“ in Deutschland. In diesen Schulen wird, beispielsweise mithilfe vielseitiger Projekte, das sogenannte „Europaprofil“ gefördert. Dies kann mit AGs, Veranstaltungen zum Thema Europa und der Förderung von Fremdsprachenunterricht geschehen.

An der Eichenschule gibt es für die Organisation solcher Projekte seit 2017 die „Europa-AG“, die auch den Europa-Tag an der Schule organisiert, der in diesem Jahr nach coronabedingtem Ausfall hoffentlich wieder stattfinden kann. Auch der „Safer-Internet-Day“ wird von ihnen organisiert. Die AG hat aber noch viel mehr Aufgaben im Zusammenhang mit dem Titel der Eichenschule als Europaschule und damit verbunden Pflichten und Möglichkeiten.

Was genau ist also die Europa-AG?

Geleitet wird die Europa-AG, seitdem sie ins Leben gerufen worden ist, von Frau Hoppenstedt. Sie wurde aus dem Steuerkreis „ELSA“ („Eltern-Lehrer-Schüler-Arbeitskreis“) gegründet. Später wurde die Europa-AG dann zu einer eigenständigen Gruppierung aus SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern. In der freiwilligen AG können alle mitmachen, die sich für Politik, Europa und die Organisation von Veranstaltungen mit Bezug auf die beiden Themen interessieren, wie auch Frau Hoppenstedt im Interview betonte. Sie selber moderiere als Fachobfrau für Politik die Treffen. Inzwischen seien 15 Schülerinnen und Schüler sowie sechs Lehrerinnen und Lehrer Teil der Europa-AG. Sie würden sich ungefähr alle drei Monate Mittwochnachmittags für ungefähr eineinhalb Stunden treffen. Das letzte Treffen war gerade am 11.05., welches wir für euch besucht haben:

Es herrschte eine lockere Atmosphäre in der Europa-AG – mit Keksen, Süßigkeiten und Kaffee waren außerdem alle bestens versorgt. Nachdem alle Mitglieder eingetroffen waren, begann Frau Hoppenstedt schon mit dem ersten Tagesordnungspunkt:

Nach drei Jahren seien lettische Schülerinnen und Schüler wieder an der Eichenschule zu Besuch gewesen – zwar nicht im Rahmen eines schuleigenen Austauschprogramms, aber im Rahmen von europaweiten „Erasmus +“ Angeboten. Angekündigt wurde dabei auch, dass der Eichenschule in den nächsten fünf Jahren wieder Geld zur Verfügung stehe, um beispielsweise Auslandspraktika der zukünftigen elften Jahrgänge für einige Schülerinnen und Schüler finanziell zu unterstützen.

Als nächstes wurde der kommende Europatag, der nächstes Schuljahr am 02.09. stattfinden soll, besprochen. Gute Nachrichten: Sigmar Gabriel, der unter anderem Umwelt- Wirtschafts- und Außenminister in Deutschland war, werde voraussichtlich für einen Vortrag an die Schule kommen. Auch sind mehrere Workshops für die älteren Jahrgänge, in denen einige Berufe vorgestellt werden, besprochen und geplant worden.

Außerdem gab es eine Absprache für das in Kürze angesetzte „Europa-Filmcafé“ mit Kuchenverkauf. Am 23.05. um 15.15 Uhr wird im Theathersaal der Film „Die Unbeugsamen“ gezeigt, in dem es um Politikerinnen im ehemaligen Westdeutschland geht, die sich trotz Vorurteilen und sexistischen Anfeindungen gegen die in dieser damals von Männer dominierten Branche behaupten.

Als Teil der Europa-AG kann man sich zudem als „JuniorbotschafterIn“ des europäischen Parlamentes engagieren. Dadurch werden beispielsweise Gespräche mit Abgeordneten des Parlamentes und andere Aktivitäten ermöglicht. Für die Teilnahme an diesem Botschafterprogramm erhalten sie ein Zertifikat. Den Juniorbotschafterinnen und -Botschaftern unserer Schule werde gerade ein Gespräch mit einem Abgeordneten der Grünen im EU-Parlament angeboten, in dem es um das Thema Flucht und Migration gehe.

Zum Thema Flucht kam dabei die Idee auf, die Autoren des Spiegel-Bestsellers „Kommt ein Syrer nach Rotenburg (Wümme)“ – Gerd Hachmöller und Samer Tannous – zu einer Lesung am Weltflüchtlingstag am 20.06. einzuladen und aus ihrem Buch lesen zu lassen. Das Buch beschäftigt sich vorwiegend mit Tannous’ Integration in Deutschland und dabei auch kulturellen Unterschieden. Er war 2015 aus Damaskus nach Deutschland geflohen und lebt seitdem in Rotenburg.

Zuletzt wurde bei dem Gespräch eine Idee insbesondere für die jüngeren Jahrgänge besprochen. Ziel sei es, eine Art „Junior-Europa-AG“ zu etablieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser AG auch bei auf Europa bezogenen Veranstaltungen helfen, damit auch sie sich bei Interesse für Europa schon früher engagieren können.

Frau Hoppenstedt betonte im Interview schließlich noch, sie selber habe als „Moderatorin“ der AG die Forderung an die niedersächsische Politik, Europaschulen mehr zu unterstützen und nicht nur „alle paar Jahre das Türschild an den Schule zu erneuern“.

Von unserer Schule wünsche sie sich auch weiterhin gute Kommunikation mit der Schulleitung im Bezug auf die Europa-AG und Projekte sowie Verständnis von den KollegInnen für Unterrichtsausfälle im Zusammenhang mit Veranstaltungen.

Die Europa-AG ist für jede/n offen! Wer also Lust hat, sich zu engagieren, kann sich gerne bei Frau Hoppenstedt melden!

Paula und Marika