18.12. – *6 #MentalHealthMatters

Im Bezug auf die psychische Gesundheit und miteinhergehenden möglichen psychischen Erkrankungen ist die Aufklärung ein sehr wichtiger Faktor. Ohne diese wird keine Akzeptanz in der Gesellschaft für solche Erkrankungen und Probleme geschaffen, was wiederum die dringend benötigte Behandlung und Behandlungsmöglichkeiten verschlechtern würde sowie die Scham und Angst davor, diese Behandlung anzunehmen.

Auch in Deutschland wird aus genau diesen Gründen in den letzten Jahren die Aufklärung über psychische Probleme immer sichtbarer und erreicht immer mehr Menschen, insbesondere die Corona-Pandemie die bei vielen jungen Menschen schwere psychische Probleme verursacht hat, hat das Thema weiter in Umlauf gebracht. Dennoch kann Deutschland sich an einigen anderen europäischen Nachbarn ein Beispiel nehmen, die das Thema mentale Gesundheit und Zugang zu Hilfe für Betroffene noch mehr thematisieren und mehr Menschen damit erreichen, sodass eine bessere Akzeptanz entsteht – ein Land, was dies eher auffällig tut, ist Großbritannien:

Im Gegensatz zu Deutschland nutzen England, Wales, Schottland und Nordirland den öffentlichen Raum sehr stark und sichtbar, um über psychische Gesundheit und Anlaufstellen, die Hilfe anbieten, aufzuklären. Beispielsweise an Bushaltestellen und Bahnhöfen lassen sich mehrere Plakate finden mit der Aufschrift “It is okay, not to be okay” oder “Better days are coming, promise” und darunter eine Telefonnummer und E-Mail-Adresse, an die man sich jederzeit wenden kann, wenn man Hilfe sucht oder einfach mit jemandem sprechen möchte. Außerdem lassen sich im Bus oder im Zug selber Flugblätter für Selbsthilfegruppen und Therapeut:innen finden. Jene sind auch erhältlich in den meisten öffentlichen Gebäuden, wo sich weitere Plakate befinden, um die Akzeptanz für psychische Erkrankungen zu erhöhen. Ein Gemeinsamkeit ist, dass diese alle einen persönlichen Touch haben. Die beschriebenen Plakate scheinen alle per Hand geschrieben und ein Name steht darunter, auf anderen wird die Situation einer Person erklärt, die an einer psychischen Erkrankung leiden. Auf diesem Wege versucht die Regierung alle Menschen möglichst gut und einfach zu erreichen und die Aufklärung voranzutreiben.

Zur dieser Zeit im Jahr, in der es früh dunkel wird und kalt und in der viele Menschen an der sogenannten Winterdepression leiden, ist auffällig, dass die öffentliche Aufklärung noch einmal mehr wird: Broschüren über Stessvermeidung und Förderung der mentalen Gesundheit in dieser dunklen Jahreszeit Zeit sind überall zu finden.

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland ist, dass auch in den Schulen das Thema der psychischen Gesundheit mehr thematisiert wird. Die meisten Schulen haben Ansprechpartner:innen und bieten Hilfe bei psychischen Problemen, aber auch schon einfachem Unwohlsein in der eigenen Situation oder Umfeld an. Auch hier sind all diese Broschüren und Plakate zu finden.

Doch auch online ist es hier in Großbritannien relativ einfach, Aufklärung über psychische Erkrankungen und Unterstützung zu finden. Beispielsweise bietet die nationale Gesundheitsorganisation NHS – National Health Service – online unter dem Namen “Every Mind Matters” eine Reihe von Material zur Aufklärung sowie Möglichkeiten, einen Therapieplatz zu finden. Außerdem haben sie auf Ihrer Website einen Fragenkatalog, nach deren Beantwortung man Tipps bekommt, wie die eigenen psychische Gesundheit verbessert werden kann. Neben dem Vorschlag beispielsweise für eine Therapie werden Apps vorgeschlagen oder dass man sich mehr am Tag bewegen solle, wobei direkt ein Workout verlinkt ist.

In Großbritannien ist es viel einfacher an Hilfe und Unterstützung zu kommen, wenn man mit seiner psychischen Gesundheit nicht zufrieden ist, gleichzeitig ist das Thema viel präsenter als in Deutschland. Die Regierung in London hat gerade 500 Millionen Pfund alleine für die Reduktion der psychischen Folgen durch Corona ausgegeben und scheut auch weiter keine Summen, um sie in Aufklärungsmaßnahmen zu investieren.

Natürlich ist das Thema psychische Erkrankungen immer noch schwierig und auch dort gibt es in der Gesellschaft eine gewisse Stigmatisierung. Jedoch ist das Land schon weiter als Deutschland, was die Akzeptanz dieser angeht, die Scham ist vor allem unter jüngeren Leuten weniger und der offene Umgang in der Gesellschaft mit dem Thema besser.

Paula und Marika

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