Die Queen ist tot: Und wie geht es weiter in GB?

Queen Elizabeth II. starb am 08.September 2022 im Alter von 96 Jahren. Die Welt musste sich endgültig von der britischen Königin verabschieden. Unter den Augen von Millionen TV-Zuschauern in aller Welt erwies eine trauernde Nation in London und Windsor der gestorbenen Queen die letze Ehre. An den beispiellosen Trauerfeierlichkeiten nahmen zahlreiche Staatsoberhäupter und Monarchen teil.

Elizabeth II. war nach dem Tod ihres Vaters am 06. Februar 1952 Königin geworden. Die britische Monarchin hatte 70 Jahre lang auf dem Thron gesessen. In den sieben Jahrzehnten ihrer Regentschaft (die längste aller Zeiten) galt sie sowohl als eines der letzen Sinnbilder der Monarchie als auch als eine sehr sympathische und humorvolle Frau, die ihren Pflichten mit viel Liebe und Hingabe nachkam. Die meisten Briten kennen nur sie auf dem Thron, da sie bis ins hohe Alter im Amt aktiv blieb. Im April 2021 starb ihr langjähriger Ehemann, Prinz Philip. Zum jetzigen Zeitpunkt kam die Todesnachricht vor allem auch sehr unerwartet , weil die Queen zwei Tage zuvor noch in den Medien zu sehen gewesen war. Sie hatte die mittlerweile wieder abgelöste Liz Truss zur neuen Premierministerin von England ernannt.

Als am 08. September 2022 die Nachricht von ihrem Tod publik wurde, erschütterte dieses die ganze Welt und löste eine Welle der Trauer aus. Neben der eigenen Verletzlichkeit, die eine solche Nachricht auslösen kann, geht auch ein Märchen zu Ende. Das Märchen der Prinzessin, die als sehr junges Mädchen plötzlich Königin wurde. Weltweit kamen Menschen zusammen, um mit Blumen und Kerzen ihre Trauer Ausdruck zu verleihen.Viele Menschen reihten sich in eine Kilometer lange Schlange ein, um einen letzen Blick auf den Sarg zu werfen, in dem die Königin aufgebahrt im britischen Parlament in London lag. „Die Warteschlange hat ihre Kapazität mit Wartezeiten von mindestens 24 Stunden fast erreicht“ hieß es im Livetracker der Regierung.

Aber warum führt der Tod der Queen bei so vielen Menschen zur Trauer?

Olaf Scholz nannte sie eine Jahrhundertfigur, Joe Biden erzählte einst, sie erinnerte ihn an seine Großmutter. Unzählige Trauerbekundungen füllen Twitter und andere soziale Medien. Die Queen ist trotz aller Kritik die populärste Monarchin überhaupt – so beliebt, dass selbst Menschen, die nicht mir ihr verwandt sind, um sie trauern. Millionen, sogar Milliarden Menschen können dies zuhause mitverfolgen, möglich gemacht wird dies durch Kameras oder den Kommentaren von Reporterinnen und Reportern. Viele Menschen zeigen starke Emotionen da sie vielleicht auch um eine Art Verbindung zur Vergangenheit trauern, die mit dem Tod von Elisabeth II. endgültig gekappt ist. Für viele Briten und Britinnen sowie Anteilnehmende aus der ganzen Welt scheint es demnach eine Selbstverständlichkeit zu sein, der Königin auf diese Weise die letze Ehre zu erweisen. „Sie hat 70 Jahre lang gearbeitet, was sind da sechs Stunden Wartezeit“ heißt es. Im Rahmen dieses Ereignisses treffen nicht nur Menschen aufeinander, die sich unter normalen Umständen vermutlich nie als begegnet wären, sondern es ist auch immer wieder von neu geschlossenen Freundschaften und Zweckgemeinschaften die Rede.

Mit dem Tod von Elizabeth II. ist ihr ältester Sohn Charles nun König des Vereinigten Königreiches.

Trotzdem ist noch nicht klar, wie sich der Tod auf gesellschaftliche und politische Verhältnisse auswirken wird. Der neue König Charles III. und seine Frau Camilla nahmen zunächst Beileidsbekundungen im britischen Parlament in London entgegen. Anschließend flogen sie in die schottische Hauptstadt, wo es einen Trauerzug gab. Es gab außerdem einen Dankgottesdienst mit Charles III., seiner Frau Camilla und weiteren Royals in Westminster Abbey. In einer Prozession wurde der Sarg der Queen am Nachmittag von Holyrood Palace zur St.Giles-Kathedrale in Edinburgh gebracht. Am 19. September wurde die Queen mit einem Staatsbegräbnis verabschiedet. Zur Beerdigung von Queen Elizabeth waren rund 2000 geladene Gäste aus aller Welt gekommen: Politiker, Staatsoberhäupter, Mitglieder der Königsfamilie weltweit, Prominente. Aus Deutschland war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dabei.

Für Charles III. macht die Tatsache, dass er fast sein ganzes Erwachsenenleben lang Zeit hatte, sich auf diesen Moment vorzubereiten, die Herausforderung eher größer. Für ihn wird es nicht einfach, das Erbe seiner Mutter anzutreten. Der Tod von Königin Elizabeth II., die Tatsache, dass sie 70 Jahre lang regiert hatte, hinterlässt eine riesige Lücke. Der Stil der Queen, die Art und Weise wie sie das Amt ausgefüllt hat, haben das nationale Bewusstsein der Menschen in Großbritannien geprägt. Gerade nach dem Brexit und drei Premierministern in einem Jahr braucht Großbritannien jene Stabilität, welche die Queen jahrzehntelang verkörperte.

Die Situation in Großbritannien nach dem Brexit beschreibt unsere Redakteurin Paula, die zur Zeit ein Auslandssemester in Brighton verbringt, in ihrem aktuellen Artikel: „Ihr bereut es doch, nicht wahr?“

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