Time to say goodbye #6: Interviewreihe mit den angehenden Ruheständler:innen der Eichenschule

Das Interview mit Frau Lüders.

ES-Magazin: Wie lange sind sie bereits Lehrerin?

Frau Lüders: „Das Abschlussexamen war 1982 und dann gab es erstmal keine Lehrerstellen. Da habe ich etwas Alternatives gemacht und in der Erwachsenenbildung gearbeitet. Man kann aber sagen: Offiziell bin ich seit 1982 dabei.“

ES-Magazin: Wie viele Jahre davon haben Sie an der Eichenschule unterrichtet?

Frau Lüders: „Fast 20 Jahre.“

ES-Magazin: Was hat sie dazu gebracht Lehrerin zu werden?

Frau Lüders: „Das ist eine gute Frage und ich überlege, ob es vielleicht etwas damit zu tun hat, dass mein Vater die Idee hatte, mir eine Wandtafel ins Kinderzimmer zu hängen mit passender Kreide dazu. Es kann sein, dass das der sehr frühe Anfang war. Dann habe ich später einen Jugendleiter-Lehrgang gemacht und bin mit Teenagern, die aus teilweise schwierigen Verhältnissen kamen, in den Ferien ins Zeltlager gefahren. Da haben wir viele Aktivitäten unternommen und es war zwar anstrengend, hat mir aber sehr viel Spaß gemacht.“

ES-Magazin: War Lehrerin Ihr Traumberuf oder hatten sie ursprünglich einmal andere Pläne?

Frau Lüders: „Also wenn ich so zurückblicke, kann ich sagen, dass Lehrerin der Beruf war, der ziemlich früh fest stand und das hat sich dann auch bewahrheitet.“

ES-Magazin: Falls Sie mehrere Fächer unterrichten: Gibt es ein Lieblingsfach und warum?

Frau Lüders: „Ich muss sagen, ich unterrichte beide Fächer, Englisch und Geschichte, total gerne und in früheren Jahren war es mein Wunsch, auch beide Fächer zu Geschichte bilingual verbinden zu können. Das finde ich besonders toll, denn nur ein Fach zu unterrichten, da würde mir etwas fehlen.“

ES-Magazin: Welches Fach hätten Sie immer gerne unterrichtet, obwohl Sie es nicht studiert haben?

Frau Lüders: „Ich habe damals überlegt und hätte auch ganz gerne Deutsch studiert. Entschieden habe ich mich dann aber für Englisch, denn das war sowieso klar, und auf Geschichte konnte ich auch nicht verzichten. So hat es sich dann gelöst.“

ES-Magazin: Was gefällt Ihnen an der Eichenschule?

Frau Lüders: „Viele Sachen eigentlich. Erstmal die richtig gute Atmosphäre und zwar nicht nur im Kollegium, sondern generell in der Schule und in den Klassen. Das hat zu tun mit dem freundlichen Umgang, mit der Kreativität auf allen Seiten und mit der Tatsache, dass man das Ganze auch voranbringen will; dass hier auch mehr Entscheidungsfreiheit herrscht und man nicht immer irgendwie auf Behördenkram warten muss. Und dann natürlich die vielen Theateraktivitäten, also ich habe da schon richtig tolle Abende gehabt.“

ES-Magazin: Gibt es für Sie einen oder sogar mehrere besondere Eichenschul-Momente, von denen Sie uns erzählen können?

Frau Lüders: „Da gibt es tatsächlich ganz schön viele. Der erste Punkt, der mir einfällt (der ist bisschen blöd grade für euch, weil das durch Corona bei euch weggefallen ist), das sind die Austausche. Ich war vor etlichen Jahren mal in den USA und hatte auch den Gegenbesuch, das fand ich ganz toll. Dann auch die Studienfahrt nach Krakau, auch wenn das sehr ernst war mit dem Besuch in Auschwitz, aber es war wirklich sehr berührend, wir waren auch mit einer tollen Gruppe dort. Außerdem verschiedene Klassenfahrten, aber auch Projektwochen.“

ES-Magazin: Welche Pläne haben Sie für Ihren Ruhestand?

Frau Lüders: „Ich bin zu meiner Freude Großmutter geworden und freue mich jetzt, mehr Zeit für den Kleinen zu haben, mit ihm Dinge unternehmen zu können. Aber auch Zeit für meine Freundinnen zu haben, Reisen, mehr Sport zu machen, der Garten, Schwimmen, Lesen.“

ES-Magazin: Dürfen wir Ihnen auch ein paar persönliche Fragen stellen?

Frau Lüders; „Ja, leg los.“

ES-Magazin: Welches sind Ihre Lieblingsfreizeitbeschäftigungen? Haben sie vielleicht ein besonderes Hobby?

Frau Lüders: „Ja, wie ich eben schon erwähnt habe, Schwimmen auf jeden Fall, Lesen, Sport, Gartenarbeit, Spaziergänge und auch Reisen.“

ES-Magazin: Was ist ihr Lieblingsessen?

Frau Lüders: „Also bei Lieblingsessen habe ich einiges. Ich mag besonders gerne Ofengemüse oder diese Wokpfannen. Auch sehr lecker finde ich selbstgemachtes Geschnetzeltes.“

ES-Magazin: Welcher ist ihr Lieblingsfilm?

Frau Lüders: „Das kann ich auch gar nicht so einfach sagen, da es nicht nur einer ist. Spontan war mir so eingefallen „Forrest Gump“ mit Tom Hanks; den finde ich toll wegen der geschichtlichen Einspielungen. Das ist sehr eindrucksvoll umgesetzt. Dann mag ich generell auch gerne Literaturverfilmungen, zum Beispiel „Viel Lärm um nichts“ mit Kenneth Branagh und Emma Thompson. Und eine ganz andere Richtung wäre noch der Film „Ganz oder gar nicht“, der spielt in Sheffield, ist ein englischer Film und handelt davon, was sich Männer einfallen lassen, wenn sie arbeitslos werden und kein Geld mehr haben. Das ist schon ziemlich extrem, die Idee, auf die sie da kommen.“

ES:-Magazin: Welche Musik hören sie denn am liebsten?

Frau Lüders: „Das ist stimmungsabhängig, muss ich sagen. Früher mochte ich immer sehr gerne „Santana“ hören oder ich höre gerne „Eric Clapton“; da gibt es einige.“

ES-Magazin: Welche berühmte Person würden Sie gerne einmal treffen und warum?

Frau Lüders: „Da gäbe es natürlich viele. Wie eine Kollegin schon sagte: Zurückblickend in die Geschichte gibt es da ganz viele, auch aus reiner Neugier. Wenn ich mir nur eine aussuchen dürfte, dann würde ich Nelson Mandela wählen, weil ich ihn sehr bewundere für seinen Einsatz und die Menschlichkeit und Freundlichkeit und sogar Fröhlichkeit, die er sich bei seinem schweren Schicksal bewahrt hat. Das finde ich bemerkenswert und was er natürlich für Südafrika und ich denke auch für viele Menschen auf der ganzen Welt durch seine Botschaft geleistet hat.“

ES-Magazin: Welche fünf Gegenstände würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Frau Lüders: „Die ist dann so einsam, da gibt es auch gar keine Netzzugänge und gar nichts, habe ich mir gedacht oder? Einsame Insel ist einsame Insel. Auf jeden Fall etwas zum Feueranzünden, Tee, Honig für den Anfang vielleicht auch ein paar Zitronen (vielleicht finde ich ja auch ein paar auf der einsamen Insel), dann meine Sammlung mit Sprüchen und Gedichten. Das sind Bücher, da kann ich selber etwas reinschreiben. Das wäre mir auch wichtig.“

ES-Magazin: Die letze Frage schon. Was möchten Sie uns SchülerInnen und vielleicht auch den KollegInnen, die bleiben, zum Abschluss mitgeben?

Frau Lüders: „Also erstmal, das erste, was ich euch wünsche, ist, dass diese harten Corona-Zeiten mit diesen Einschränkungen und der Kälte im Corona-Winter (ich habe so oft gefroren), dass euch das nie wieder passiert und dass ihr wirklich den Rest eurer Schulzeit frei genießen könnt und die Chance habt, noch ein paar Exkursionen und Fahrten zu machen; dabei Erinnerungen sammelt, die ihr dann später mitnehmen könnt. Dann wünsche ich euch auch, dass ihr alle diese Freundlichkeit und Lebensfreude behaltet, die ihr trotz der Krise ja gehabt habt. Und bei den Kollegen ging’s ja auch gut soweit.“

ES-Magazin: Vielen herzlichen Dank für das Interview, Frau Lüders!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: