Jugend debattiert – die Saison 2021-22

Im Dezember und Januar fanden an der Eichenschule und im Regionalverbund Stade hochkarätige Schul- und Regionalwettbewerbe Jugend debattiert statt. Dabei gelang den teilnehmenden Eichenschüler:innen ein kleine Sensation, indem gleich fünf unserer Mitschüler:innen im Finale des Regionalwettbewerbs debattieren durften: Paula Holste aus der 10D sowie Tomas Mosseri und Lukas Winter aus der 10B in der Sekundarstufe I sowie Jan Hensel und Bennett Meyer aus Jg. 13/Sek II.

Im Finale des Regionalwettbewerbs qualifizierten sich die Eichenschüler:innen Jan Hensel sowie Paula Holste und Lukas Winter im Regionalverbund Stade für den Landeswettbewerb, außerdem Ben Meisborn vom GAK in Buchholz. Auch die Landesqualifikation am 25.02. und 02.03.2022 kann für den Regionalverbund Stade als außerordentlich erfolgreich bezeichnet werden und so stand am 15.03. das Landesfinale Jugend debattiert an, an dem der Eichenschüler Lukas Winter aus der Klasse 10B teilnahm. Lukas hatte zuvor insgesamt in neun Debatten auf unterschiedlichen Wettbewerbsebenen debattiert und sich in einer anspruchsvollen Landesqualifikation zu den Streitthemen „Soll die Wochenarbeitszeit von Schülerinnen und Schülern begrenzt werden?“ und „Soll Alkohol für Jugendliche unter 18 Jahren verboten werden?“ für das Landesfinale qualifiziert. Von da aus wäre es dann noch ein Schritt bis zum Bundeswettbewerb gewesen.

Aufgrund der aktuellen Coronalage wurden die Debatten des Regional- und Landeswettbewerbs per Videokonferenz durchgeführt. Bei einer Debatte über eine Videokonferenz besteht die Gefahr, dass es zu technischen Problemen kommen kann, allerdings war dies, wie Lukas uns berichtete, in seinen Debatten glücklicherweise nicht der Fall. Allgemein unterscheiden sich die Online-Debatten erheblich von den Debatten vor Ort. Wenn man den Debattierenden direkt gegenüber steht, hat man Augenkontakt und auch die nonverbale Kommunikation ist deutlich ausgeprägter. Abstimmungen im Team Pro oder Contra sind leicht. Per Videokonferenzen funktioniert dies anders. Dort sind die genannten Punkte eingeschränkt, man kommuniziert ausschließlich verbal, auch das Setting vieler Schüler:innen, die von ihren Kinderzimmern aus debattierten, war mitunter suboptimal. Paula, Lukas und Jan dagegen debattierten stets aus der Schule, um ein sachlich-professionelles Umfeld zu schaffen.

Nach welchen Regeln funktioniert eine Debatte bei Jugend debattiert?

Bei einer Debatte gibt es eine Pro und eine Contra Seite, auf der jeweils zwei Schüler:innen debattieren. Eine Debatte besteht aus einer zweiminütigen Eröffnungsrede jedes Debattanten, in der man seine Seite vorstellt und Pro eine Maßnahme vorstellt, die wiederum von Contra hinterfragt und geprüft werden muss. Nachdem alle Debattierenden die Eröffnungsrede vorgetragen haben, beginnt die freie Aussprache, in der die Debattierenden ihre Argumente austauschen. Diese dauert insgesamt 12 Minuten und darauf folgt eine Schlussrede. In dieser fasst jede(r) schließlich in einer Minute seinen Standpunkt zum Streitthema zusammen.

Wie liefen die Debatten der Landeswettbqualifikation eigentlich ab?

Dem Landeswettbewerb voraus ging das RSS, das Regionalsiegerseminar, an dem alle Regionalsieger teilnehmen sollten. In diesem Jahr fand dieses leider digital statt. Die Landeswettqualifikation begann mit einer Begrüßung durch den Landeskoordinator, Herrn Vollrath, im Plenum und es wurde die Auslosung der Debattenthemen und der Positionen vorgestellt. Danach erhielten die Jurymitglieder, meist Lehrer der teilnehmenden Regionalverbände und Schulen, ein längeres Briefing, während die Debattant:innen sich in ihren Teams vorbereiteten. Nach den Vorbereitungen startete die erste Debatte. Nach dem Ende der ersten Debatte gab es dann eine kurze Absprache mit dem Partner/der Partnerin für die zweite Debattenrunde, die kurze Zeit später startete.

Die Jurys, in denen unter anderem auch Frau Vollmer-Eicken und Herr Cramer jurierten, gaben den Debattant:innen nach jeder Debatte eine individuelle Rückmeldung, bevor am Ende des Vormittags das Ergebnis verkündet wurde: ein fantastischer Erfolg für die Eichenschule, denn Lukas Winter zog als Drittplatzierter der Sek I ins Finale ein und Paula Holste kam als Fünftplatzierte ebenfalls unter die Top Ten der niedersächsischen Debattant:innen. Jan Hensel zog in der Sek II zwar nicht ins Finale ein, erreichte jedoch eine individuell sehr gute Leistung. Ben Meisborn aus Buchholz erreichte den sechsten Platz in der Qualifikation und unterstützte gemeinsam mit Paula Holste das Finale als Zeitwächter.

Das Landesfinale am Nachmittag des 15.03.2022 wurde durch ein Video-Grußwort der Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta (SPD) eröffnet, die sich die Streitfrage „Sollen Inhalte populärer Serien Gegenstand des Schulunterrichts werden?“ für das Finale gewünscht hatte. Im Finale der Sek I selbst zeigte sich, dass die umfassend vorbereiteten Debattant:innen auf die vermeintlich leichte Streitfrage weniger gut als gedacht zugreifen konnten und manche Argumente verpufften. Technische Probleme bei Lukas Winters‘ Contra-Partnerin Anna störten zudem den Fluss der Debatte, sodass Lukas zeitweise auf sich allein gestellt war. Vor der Siegerehrung wurde eine weitere Videobotschaft gezeigt, in der der Kultusminister Tonne die Leistungen der Debattant:innen hervorhob.

Eindrücke vom Landeswettbewerb

Wir haben Lukas gefragt, wie er sich während des Landeswettbewerbs gefühlt hat. Generell war er vor den Debatten nervös und aufgeregt. Während der Debatte hielt sich das allerdings in Grenzen, brachte dann sogar Spaß. Von Runde zu Runde debattiert man nicht nur mit SchülerInnen, die man kennt, sondern gerade auch mit Schüler:innen von anderen Schulen in Niedersachsen. Da diese Schüler:innen das Debattieren anders als wir oft nur als kleine Einheit im regulären Unterricht kennengelernt hatten, hatten diese manchmal auch andere Vorgehensweisen in einer Debatte.

Im Landesfinale belegte Lukas nun den dritten Platz und kommt deshalb nicht direkt weiter zum Bundeswettbewerb, er ist allerdings der erste Nachrücker. Insgesamt gehört Lukas damit zu den besten drei Debattant:innen im Bundesland Niedersachsen, lediglich zwei Schüler:innen aus dem Regionalverbund Göttingen lagen vor ihm. Wie Ansgar Kemmann, bei der den Wettbewerb maßgeblich fördernden gemeinnützigen Hertie-Stiftung leitend verantwortlich für Jugend debattiert, bei der Siegerehrung am Abend hervorhob, ist das in einem großen Flächenland wie Niedersachsen eine herausragende Leistung!

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