Schulstress. Kein Einzelfall

Drei Viertel aller Schüler und Schülerinnen fühlen sich von der Schule gestresst. Warum wird der Stress von vielen Jugendlichen einfach so hingenommen und nichts dagegen unternommen, obwohl er für viele gravierende Folgen hat?

Man kommt am frühen Nachmittag total fertig aus der Schule, will sich eigentlich nur kurz ausruhen, aber bleibt dann doch den ganzen Nachmittag im Bett, weil man einfach keine Motivation findet, die Hausaufgaben zu erledigen. Wenn man dann gegen Abend doch noch ein kleines Fünkchen Motivation findet, um mit dem Berg an Hausaufgaben anzufangen, dann heißt es auf Wiedersehen Schlaf und man sitzt bis ein oder zwei Uhr morgens an den zum verzweifelnden Matheaufgaben, bis man sie einigermaßen verstanden hat. Dann fällt einem ein, dass man ja morgen auch noch einen Französisch Vokabeltest schreibt, aber man einfach zu müde ist und ohne zu lernen schlafen geht. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker zwischen fünf und sechs Uhr. Man kommt total verschlafen in der Schule an und verhaut den Vokabeltest. Man nimmt sich vor, am nächsten Tag früher und motivierter anzufangen, aber es ist ein Teufelskreis. So geht es vielen Jugendlichen mit der Schule, aber es wird wenig oder nichts dagegen unternommen.

Für viele Jugendliche ist Schule automatisch mit Stress verbunden, aber so muss es nicht sein. Wenn man nicht soviel Lernstress hätte, könnte Schule auch Spaß machen. Doch solange man von Schulstress und mit dem meist verbundenem Schlafmangel und den Folgen zu kämpfen hat, ist echt schwer, aus diesem Loch alleine wieder herauszukommen.

Die Folgen werden häufig von Erwachsenen nicht ernst genommen und als harmlos abgestempelt, meistens weil man Depressionen, Antriebslosigkeit oder ein vermindertes Selbstwertgefühl als Außenstehender nicht sehen kann, obwohl jeder dritte Schüler an Depressionen oder depressiven Verstimmungen leidet. Aber durch den mit dem Schulstress verbunden Schlafmangel kann es auch zu körperlichen Folgen wie der Senkung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit kommen, außerdem kann der Blutzucker ansteigen und das Immunsystem geschwächt werden, was ernsthafte Krankheiten zur Folge haben kann.

Eltern sagen einem häufig „Geh doch einfach mal raus“ oder „Mach doch mal wieder Sport“, doch das ist einfacher gesagt als getan. Natürlich helfen frische Luft und Sport, allerdings fällt vor allem Sport im Sportverein in Gruppen vielen Jugendlichen mit wenig Selbstwertgefühl sehr schwer. Aber nicht nur frische Luft und Bewegung helfen, sondern auch soziale Kontakte, ein strukturierter Tagesablauf, ein kreatives Hobby als Ausgleich zur Schule oder auch einfach ein ordentliches Zimmer und eine Umgebung, in der man sich wohlfühlt, können das Lernen leichter machen und somit den Schulstress verringern oder sogar vermeiden.

Also. Warum leiden immer noch so viele Schülerinnen und Schüler unter Schulstress wenn es doch eigentlich viele Möglichkeiten gibt, um diesen zu vermeiden? Die Hemmschwelle, sich sein Problem einzugestehen, es ernst zu nehmen und anzugehen, dabei zu riskieren, anderen davon zu erzählen, ist riesig.

Wenn ihr selbst von Schulstress betroffen seid, seid ihr nicht allein, sondern könnt ihr euch bei den Beratungslehrkräften oder der Seelsorge der Eichenschule melden: https://eichenschule.de/eichenschule/angebot/schulseelsorge/

Beratungsteam: https://eichenschule.de/eichenschule/angebot/beratung/

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