Rassismus erkennen – Rassismus verhindern

Rassismus bedeutet, dass Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale kategorisiert und beurteilt werden. Der Begriff beschreibt Diskriminierungsmuster und den Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Rassismus passiert nicht nur in der analogen Welt, sondern auch und gerade im Internet, wie in Social Media oder sogar in Nachrichten. Täglich erleben somit viele Menschen Rassismus übers Internet oder durch rassistische Gewalt und diskriminierende Sprache.

Rassismus hat – leider – eine lange Tradition. Die Rassenlehre stammt ursprünglich aus der Naturwissenschaft. Man begann im 18. Jahrhundert, Menschen in Rassen einzuteilen. Des Weiteren geht Rassismus auf die Kolonialisierung Afrikas und Südamerikas seit dem 15. Jahrhundert zurück. Im sogenannten Dreieckshandel fuhren Schiffe mit Waren an die Küste Westafrikas, um sie dort gegen Menschen einzutauschen. In dieser Zeit kam es zur Versklavung der Afrikaner. Diese wurden nach Amerika gebracht und dort verkauft. Erst im Verlaufe des 19. Jahrhunderts wurde die Sklaverei in den USA und anderen Ländern wieder abgeschafft, allerdings änderte dies an der Einstellung der Menschen wenig und der Rassismus und die Diskriminierung setzen sich bis heute fort. Dies zeigt sich am Fall Rosa Parks, einer Afroamerikanerin, die sich 1955 weigerte, die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln anzuerkennen und den Platz für einen weißen Fahrgast frei zu machen. Dies machte sie bekannt und sie kämpfte fortan ihr ganzes Leben gegen Diskriminierungen an. In Bremen wird nun der neue zentrale Omnibusbahnhof nach ihr benannt. Eines der jüngeren Beispiele ist George Floyd, ein 46-jähriger Afroamerikaner, der wegen des angeblichen Besitzes eines gefälschten 20$ Scheines festgenommen wurde. Kurz darauf kniete ein weißer Polizeibeamter ganze neun Minuten und 29 Sekunden mit seinem vollem Körpergewicht auf sein Hals und tötete ihn so. Dies führte zu weltweiten Protesten gegen Rassismus.

Rassismus und Diskriminierung gibt es allerdings nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, wie eine Studie des Mediendienstes Integration belegt. Bis März 2021 kam es demnach zu 1.600 Übergriffen auf Flüchtlinge. In Deutschland hat die Bevölkerung zu 7,2% eine rassistische Einstellung, 60% haben Diskriminierungen im alltäglichen Umgang selbst erfahren. 32% der Bevölkerung Deutschlands halten Rassismus im Internet für ein großes Problem, zudem halten 64% der Menschen Rassismus allgemein für ein großes Problem. 2020 kam es zu 746 fremdenfeindlichen Gewalttaten. (www.mediendienst-Integration.de)

Rassismus beinhaltet auch mehr als nur eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft, sondern kann auch weiter gefasst werden. 2012 nahm sich ein junger Mann (Tim Ribberink) mit 20 Jahren sein Leben, aufgrund von Mobbing im Internet, was er nicht mehr aushielt. Immer wieder bekam er auf Social Media Plattformen Cybermobbing-Nachrichten zugeschickt. Tim mied Kontakt mit Gleichaltrigen, er war Einzelgänger und hatte keine Freunde in der Uni. Er hatte das Gefühl, dass er nur von Älteren verstanden wurde. In einem Brief an seine Eltern erzählte er : „Liebe Pap und Mam, ich wurde mein ganzes Leben lang verspottet, gemobbt, gehänselt und ausgeschlossen. Ihr seid fantastisch. Ich hoffe, dass ihr nicht böse auf mich seid. Auf Wiedersehen, Tim.”

Unser Lehrer Herr Dr. Braun sagte in einem kurzen Interview, das wir mit ihm über das Thema Rassismus führten, dass Rassismus für ihn eine Verurteilung sei und er sofort eingreifen würde, wenn er so etwas wahrnehme. Für ihn liege dann Rassismus vor, wenn Menschen als Rasse definiert würden oder aufgrund ihrer Herkunft und Religion diskriminiert werden. Zudem erzählte er, dass er selbst Rassismus bei anderen Menschen miterlebt habe. Um Rassismus zu begegnen, würde er in der Schule ein Fach „Völkerkunde“ einrichten, um den Schülern andere Religionen und Kulturen zu vermitteln und den Wert des Menschen unabhängig von seiner Herkunft. Herr Dr. Braun findet es wichtig, über das Thema zu reden und würde der älteren, vor allem aber der jüngeren Generation mit auf den Weg geben, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen, um ihn zu verhindern.

In einem weitern Interview teilte uns eine Schülerin mit, was für sie Rassismus bedeutet. Sie findet es ungerecht, dass Leute aufgrund anderer Hautfarbe gedemütigt werden. Auf jeden Fall würde sie auch in einer solchen Situation eingreifen und den Menschen helfen. Des Weiteren teilte sie uns mit, dass sie protestieren gehen würde und im Internet/ Social Media auf das Thema aufmerksam machen würde. Vor allem findet sie es sehr wichtig, dass das Thema groß in der Gesellschaft aufgegriffen wird.

Hilfe und weiter Informationen findet ihr unter: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/wir-beraten-sie/wir-beraten-sie-node.html

Von Rieke, Lea und Mia

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