Serienempfehlung „Control Z“

Ein Hacker. Viele veröffentlichte Geheimnisse. Gedemütigte Schüler. Ein Mord. Und eine Schülerin, die dem Ganzen auf den Grund gehen will.

Das ist eine sehr komprimierte Zusammenfassung der ersten Staffel meiner neuen Lieblingsserie. Zuerst hatte ich ein paar Vorurteile gegenüber „Control Z“, da ich sie für eine billige Nachmache von „Élite“ hielt, doch ich lag falsch.

„Control Z“ ist eine mexikanische Serie mit momentan 2 Staffeln, die auf Netflix nur auf Spanisch, jedoch mit deutschen Untertiteln verfügbar ist. Sie wurde von Carlos Quintanilla Sakar, Adriana Pelusi und Miguel García Moreno entwickelt und 2020 veröffentlicht.

Während einer Schulversammlung wird der Computer gehackt und ein Video über den Beamer abgespielt. Es ist das erste seiner Art, welches ein skandalöses Geheimnis einer der beliebtesten Mädchen der Schule enthüllt.

In kürzester Zeit werden weitere Videos auf dem Instagram Account „todostussecretos“, übersetzt „alldeinegeheimnisse“, preisgegeben:

Who is Isabela de la Fuente? Ich möchte ein Mädchen sein.

Who is Pablo García? Wer ist dein Häschen?

Who is NatRatalia Alexander? Brenn, Diebin!

Who is GeGayrry Granda? Steh endlich dazu!

Who is Raúl León? Korrupter Papa!

Freunde der enttarnten Schüler wenden sich ab, die Unruhe wächst und der Hass auf den Hacker ebenfalls. Daraufhin beschließt die introvertierte, psychisch kranke Außenseiterin Sofía Herrera (Ana Valeria Becerril), den Hacker zu finden. Doch nicht ohne Eigennutz, denn auch ihr Geheimnis ist in Gefahr und dafür könnten sie und ein geliebter Mensch ins Gefängnis kommen.

Unterstützung bekommt sie von dem Neuen, Javier (Michael Ronda) und dem Sohn des ehemaligen korrupten Gouverneurs, Raúl (Yankel Stevan). Doch helfen ihr tatsächlich beide, oder hat einer vielleicht Hintergedanken? Was ist Javiers Geheimnis? Wovor hat er so viel Angst?

Der gemobbte Luis (Luis Curiel) gibt bekannt, er sei der Hacker und landet dafür im Krankenhaus. Doch, sagt er die Wahrheit? Und wird er aus dem Koma erwachen?

Wer könnte sonst etwas gegen die beliebtesten Schüler haben? Und wie konnte man an ihre Geheimnisse kommen?

Kann der Hacker noch rechtzeitig aufgehalten werden? Denn er oder sie droht bei der NONA, einer großen Veranstaltung, auf die alle Schüler hinfiebern, alle restlichen Geheimnisse zu veröffentlichen.

Ist die Lösung vielleicht doch näher als man denkt?

Während des Verlaufes des ersten Staffel lässt die Spannung nie nach und man wird so gefesselt, dass man instinktiv den Täter mit sucht. Es gibt ein paar unvorhersehbare Plottwists und ein Ende mit dem man nicht rechnet.

Außerdem enttäuscht Sofía als Hauptcharakterin nie, sondern überrascht einen mit neuen genialen Plänen. Auch ihre hin und her Gerissenheit zwischen Javier und Raúl ist interessant dargestellt, sowie das Leben der enttarnten Schüler, nachdem ihre Geheimnisse öffentlich wurden. Im Laufe der Geschichte bildet man zu jedem Charakter eine Verbindung auf, egal ob positiv oder negativ, sodass es kaum Personen gibt, zu denen man keine Meinung hat.

Obwohl das Ende der ersten Staffel in sich schlüssig und abgerundet ist, ist der Übergang zur zweiten sehr gut gelungen, da der Fall mit dem Hacker zwar abgeschlossen wird, sich aber aufgrund dieses Vorfalls und eines Mordes neue Probleme anbahnen.

Die zweite Staffel wirkt ebenfalls sehr abgeschlossen und obwohl eine dritte noch bestätigt werden muss, würde sie sich wahrscheinlich mit dem Mord am Ende von Staffel 2 beschäftigen.

Überrascht hat mich in „Control Z“ vor allem der Charakter Sofía, denn ihre Persönlichkeit und Geschichte ist jenseits aller Stereotypen, was mir sehr gefällt und die Serie interessant macht.

Große schauspielerische Leistungen haben vor allem Yankel Stevan, Patricio Gallardo (spielt Gerry) und Luis Curiel vollbracht.

Denn Stevan hat seinen vielschichtigen, gerissenen und besessenen Charakter sehr glaubwürdig dargestellt. Gallardo ist es ebenfalls gelungen, seinem Mobber Charakter so viel Leben einzuhauchen, dass man selbst mit ihm mitfühlt und mitfiebert. Und Curiel hat seinen gemobbten Charakter als so elendig, gebrochen und unterdrückt dargestellt, wie es sicher nicht jeder könnte.

Insgesamt muss ich sagen, hat mich die Serie auf allen Ebenen sehr positiv überrascht. Ich würde sie jedem empfehlen, der Drama, komplexe Charaktere und Handlung mag und den intimere Szenen nicht stören. Deshalb wäre das perfekte Alter wahrscheinlich 16 Jahre oder älter, auch weil die Probleme der Charaktere vor allem ältere Jugendliche ansprechen. Diese Themen sind ebenfalls sehr verschieden: Diversität, Teenie-Schwangerschaft, Drogen, Alkohol, Mobbing und Tod, aber auch Versagensangst und psychische Krankheiten.

Man sollte sich also nicht auf eine einfache Serie einstellen, sondern eine, die einen manchmal auch schockieren kann (Manipulation, Morde, Gewalt).

Gerade weil „Control Z“ aber so viele Gesichter hat und nicht wie eine eintönige Friede-Freude-Eierkuchen-Welt ist, hat sie mein Interesse geweckt.

Kleiner Tipp: Da die Serie auf spanisch ist, kann man vielleicht sein sprachliches Verständnis ein wenig verbessern, auch wenn man sich auf die deutschen Untertitel verlassen möchte. Mir hat es ein bisschen was gebracht.

Von Malien Neumann

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