Der Amateurfußball stirbt aus

Vor einigen Tagen veröffentlichte der DFB die Mitgliederstatistiken der deutschen Fußballvereine. Die Folgen der Corona-Pandemie haben demzufolge nur negative Auswirkungen auf den Fußball. Dies zeigen die großen Veränderungen in den Statistiken. Während die Profis weiter hochdotiert vor vollen Stadien spielen durften, lag der Amateurfußball monatelang auf Eis.

Anfang 2020 hatte es noch Rekordwerte für die Anzahl der Mitglieder in Amateurvereinen gegeben. In Deutschland hatten noch nie mehr Menschen zuvor in einem Verein Fußball gespielt. Doch dieser Trend sollte nicht lange anhalten, denn von den ca. 7,17 Millionen Mitgliedern entschieden sich im vergangenen Jahr über 100.000 Menschen für einen Austritt aus ihrem Verein. Des Weiteren sank die Zahl der aktiven Mannschaften in Deutschland auf ca. 129.000. Insgesamt musste man in nur einem Jahr fast 20.000 Mannschaften auflösen. Seit Beginn der Pandemie 2020 lösten sich gegenüber 2019 mehr als 700 Vereine auf. Im Jahr 2021 wurde diese Anzahl zwar noch nicht ganz erreicht mit momentan mehr als 500 Vereinsauflösungen, doch ist sie trotzdem besorgniserregend.

Ebenso verlor der DFB mehr als 7300 Schiedsrichter. Dieser Verlust trifft den Amateurfußball sehr hart, da im Vorjahr nur 2000 Neueintritte verzeichnet wurden. Somit könnte es in den folgenden Jahren ein großes Problem werden, dass man für jedes Spiel einen Schiedsrichter bekommt. Fehlt ein Schiedsrichter, müssten Spiele oftmals verlegt werden. Heike Ullrich, stellvertretende Generalsekretärin des DFB, sagte zu den negativen Zahlen, dass der ganze Amateurfußball vor einer großen Herausforderung stehe. Denn jetzt sei es wichtig, dass man nicht die aktiven Spieler verliere, indem man zum Beispiel eine Mannschaft auflöse.

Eine Möglichkeit, die auch hier im Landkreis aktuell genutzt wird, ist, dass sich mehrere Mannschaften zu einer Spielgemeinschaft zusammenschließen. Dies kann zum Beispiel mit dem benachbarten Dorf oder mit der Mannschaft geschehen, die eine Altersgruppe höher oder tiefer spielt. Problematisch ist jedoch, dass man dadurch oft zu viele Spieler in einer Mannschaft hat, weshalb einige Spieler kaum zu Spielzeiten kommen werden, was wiederum Frust erzeugt. Dadurch wird die Anzahl der aktiven Spieler in den nächsten Jahren wiederum deutlich sinken.

Ein anderes Beispiel für den Schwund ist die Jugend Sport Gemeinschaft (JSG) Fintau U18. Die Mannschaft aus dem Verein Lauenbrück musste sich vor Kurzem auflösen. Ein Teil der Spieler hörte auf mit Fußball und der andere Teil wechselte zum Verein im Nachbardorf. Der Grund hierfür ist laut den Trainern, dass durch die Pandemie zwei ganze Spielzeiten ausfielen, wodurch fast ein Drittel der Mannschaft sich dazu entschlossen hatte, eine Pause einzulegen. „Wir sind zu wenige Spieler, um in der nächsten Saison eine volle Mannschaft zu bilden“, sagte einer der beiden Trainer. Dies ist die Folge, wenn zu viele Spieler nicht mehr aktiv Fußball spielen wollen. Außerdem werden sich diese Verluste der Spieler zukünftig auch auf den Herrenfußball auswirken, denn wenn man so viele Abgänge in der Jugend habe, dann werde es extrem schwierig, eine Mannschaft aus Erwachsenen beizubehalten, welche auch mit genügend Spielern antreten kann. Doch sowohl Spieler als auch Fans haben durch die nun sinkenden Corona-Zahlen Hoffnung, dass die Spiele in der nächsten Saison stattfinden werden und der Auflösungsprozess der Amateurvereine aufgehalten werden kann. Jedoch steht noch nichts zu einhundert Prozent fest und man muss auf die Entscheidungen des DFB und der Politik warten.

Es wird deutlich, dass Corona vor Allem den Amateurfußball extrem schwächt, zum Beispiel durch die hohen Verluste der Spieler, Mannschaften oder Schiedsrichter. Aber auch die Vereine haben jetzt ein großes Problem, denn ihr Ziel ist es, die Herrenmannschaften aus den Jugendmannschaften fortzuführen. Dies könnte, wenn sich der Trend verstetigt, in den nächsten Jahren zum Problem werden.

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