Ist Fastfood neuerdings gesund?

Immer mehr Menschen legen Wert auf eine ausgewogene und qualitativ hochwertige Ernährung. Zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen hatte der Durchschnittsdeutsche mehr Geld für Obst und Gemüse als für Fleisch ausgegeben. Zudem steigt der Absatz an Bio-Produkten stetig. Man könnte sagen, wir befinden uns in einem kleinen Wandel der Ernährungskultur: weg von Fleisch und hin zu bewussterer Ernährung. Auch die Fastfoodgiganten haben von diesem Trend mitbekommen und waren in der Zwischenzeit nicht untätig. Sie begannen, ihre Logos einem Facelift mit grünen Farbtönen zu unterziehen und den Kunden die Möglichkeit zu eröffnen, sich für „hochwertigere“ Produkte zu entscheiden. Doch ist diese Veränderung angemessen oder wird den Kunden hier etwas vorgespielt?

Positiv anzumerken ist, dass viele Produkte aus Kinderboxen bei den beiden größten Fast Food-Anbietern in Deutschland mittlerweile überarbeitet wurden. So gibt es nunmehr eine umfangreichere Auswahl an gesunden Produkten, die teils Bio-Standards unterliegen und kalorienreduziert sind. Auch die reguläre Speisekarte wurde in den letzten Jahren enorm überarbeitet. So wird mittlerweile zwischen „Classics“ und „Premium Editions“ unterschieden. Diese machen in ihrer kompletten Aufmachung, sei es die Werbung, der Karton oder die Menügestaltung einen soliden Eindruck und geben den Kunden das Gefühl von hoher Qualität. Vor allem jedoch der Preis unterscheidet sich von dem eigentlichen Fast Food-Restaurant-Image, da man hier für ein „Sparmenü“, bestehend aus einem Burger, einer Portion Pommes und einem Getränk 9€–13€ zahlt. Sollte man zudem noch „Extrawünsche“ haben, die durch die Einführung der Bestellterminals kinderleicht anzufordern sind, ist dem Preis nach oben eigentlich keine Grenze gesetzt. Allein schöne Bilder mit schwarzen Hintergründen und gesättigten Farben, Boxen aus dickerer Pappe und perfekt ausgewählte Namen geben dem Produkt letztendlich keine höhere Qualität. Das Fleisch wird immer noch auf konventionelle und damit kontroverse Art produziert und die Brötchen mit unaussprechlichen Zusatzstoffen versehen, welche Farbe, Haltbarkeit und Konsistenz garantieren. Ganz nebenbei haben sich die Nährwerte und Kalorienumsätze bei derartigen „Premium Collections“ nicht ins Positive verändert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Fast Food-Ketten in den letzten Jahren zwar viele Veränderungen veranlasst haben, welche eine höhere Qualität und eine Auswahl gesünderer Lebensmittel beinhalten, sie insgesamt jedoch den Kunden mit psychischen Tricks dazu verleiten wollen, mehr Geld für Essen mit gleichbleibender Qualität auszugeben. Meiner Meinung nach hätte man bei den „Premium Editions“ beispielsweise auf Plastik verzichten können oder ausschließlich Fleisch mit höheren Haltungsstandards als üblich verwenden können, um die gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und diese nicht nur vorzuspielen. Dennoch muss man sagen, dass man als Kunde von derartigen Fastfoodketten wahrscheinlich nicht das Ziel hat, sich ausschließlich von qualitativ hochwertigen und gesunden Lebensmitteln zu ernähren, sondern stattdessen einfach eine schnelle Mahlzeit bekommen möchte. Auch die Verwendung von Zusatzstoffen ist zum Großteil nachvollziehbar, da nur so Haltbarkeit und gleichbleibende Form und Konsistenz in solchen Massen möglich ist, auch wenn man auch hier auf Farbstoffe für bessere Optik und Geschmacksverstärker für intensiveren Geschmack hätte verzichten können. Fastfood könnte also gesund sein, wenn man beispielsweise auf neue Trends schaut. Die größten Anbieter setzen jedoch eher darauf, den Kunden etwas als gesünder und hochwertiger zu verkaufen als es eigentlich ist.

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