Das Ende einer Ära

Alleine der Name erweckt in jedem Gefühle, ob Zuneigung, FANatismus oder sogar Fremdscham für die doch recht lebhafte Darstellung einer weit, weit entfernten Galaxis. Es ist ein Begriff, der jedem von uns etwas sagt. Jeder, Großeltern, Eltern oder sogar deren Enkel, kennt das kleine grüne, grammatikalisch nicht ganz sichere (es lebe die Inversion)Etwas namens Yoda und den fiesen dunklen Schurken namens Darth Vader: Star Wars. Die Reise des größten Filmfranchises nimmt seit 1977 einen starken Anlauf, als das erste Mal ein Sternenzerstörer über die Leinwand flimmerte und damit den Beginn einer Saga einläuten sollte, die 2019 ihr Ende finden sollte. Oder etwa doch nicht? Wie sieht die Zukunft des Kulthits der Filmgeschichte aus?

Die Skywalker Saga ist beendet. So lautet das offizielle Statement Disneys, doch das bedeutet nicht etwa das Ende der Star Wars. Im Gegenteil! Genau dieser notwendige Abschluss könnte das Franchise retten, und zwar vor seinen eigenen Fans.

Doch zurück zum Anfang. Keiner der Produzenten hätte im Jahre 1977 auch nur annähernd daran gedacht, wie erfolgreich der Film über einen Bauernjungen, der mithilfe einer veralteten Religion eine Superwaffe zerstört, werden würde. Nicht einmal George Lucas, Regisseur und Erschaffer des Films, glaubte an den kommerziellen Erfolg des Films. So sonnte er sich während des Drehstarts in Hawai und war parallel mit den Drehs des ersten „Indiana Jones“ beschäftigt. Und doch wurde „Star Wars“ so erfolgreich, dass bis 1983 immerhin drei Filme entstanden und der erste Teil zum erfolgreichsten Film überhaupt wurde. Danach war für 17 Jahre Pause, bis sich George Lucas dazu entschied, anstatt die eigentlich beendete Story fortzuführen und einfach eine weitere Trilogie chronologisch vor die anderen Filme zu setzen. Somit sollte mit den Prequels die Vorgeschichte beschrieben werden, weshalb es viele verwirren mag, weshalb Teil 4,5 und 6 viel älter wirken: (für unsere jungen LeserInnen) Sie sind es auch. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Meinungen zu diesen neuen Filmen beschloss der Erschaffer damit das Leinwandaus für Star Wars. Auch wenn die Prequels sich unter vielen neuen Fans eine treue Fangemeinschaft aufbauen konnten, waren die Star Wars somit beendet, und es war ein Ende, mit dem viele Fans hätten Leben können.

Doch dann kam die Hiobsbotschaft: Star Wars geht an Disney. Für 4 Milliarden US Dollar, deutlich unter Wert, verkaufte Lucas alle Rechte seines Lebenswerkes 2012 an Disney. Es sollte nur 3 Jahre dauern, bis der erste von bis jetzt fünf neuen Filmen die Wiedergeburt des gelben Opening Scrolls in den Kinos der Welt feiern sollte. Doch was sich Fans, egal welcher Generation erhofft hatten, wurde nicht erfüllt. Hinter der neuen Trilogie steckte kein genauer Plan, und durch das ständige Stühlerücken hinter den Kulissen erschuf man drei Filme, die alleine stehend polarisierten, aber als Trilogie versagten. Auch „Solo“, einer der beiden Anthology-Filme, konnte nicht überzeugen, während der andere, „Rogue One“ unter den neuen Filmen die größte Zustimmung besitzt. Einzig und allein bei den Serien, mit der letzten Staffel von „The Clone Wars“, dem Serienhit „The Mandalorian“ und dem Newcomer „The Bad Batch“ konnte Executive Producer Dave Filoni punkten, denn unter fast allen Fans gilt seine Arbeit bei „Lucas Film“ als sehr akzeptabel und gefragt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Disney zieht den Filmen fürs erste den Stecker. Als Wiedergutmachungspaket werden gleich zehn neue Serien für die nächsten Jahre angekündigt, da man bei diesem Genre nicht nur aus Sicht Disneys weniger falsch machen, sondern auch seinen eigenen Streaming dienst mit Content versorgen kann. Für die Filme bedeutet das zunächst ein Aufschieben. In der Zwischenzeit will man nämlich die neue Saga, die Disney Saga, einführen, welche rund 400 Jahre vor den Ereignissen rund um den kleinen Sklaven Ani spielen soll. Vielleicht kann Disney hier die Macht auf seine Seite ziehen, denn die Fußstapfen der Skywalker-Saga al la George Lucas, welche eigentlich schon längst beendet war, sind für Disney weitaus zu groß.

Schließlich ist es kein Ende einer Ära, sondern nur das Ende einer schon längst beendeten Saga und deren gescheiterter Reanimation. Es war nicht der Fehler Disneys, die Star Wars überhaupt fortzusetzen oder die Skywalker Saga jetzt zu beenden. Der Fehler war, zu glauben, man könne diesem aus dem Nichts erschienenen und unerwarteten Publikumsphänomen seinen eigenen Stempel aufdrücken. Damit hatte sich Disney eindeutig übernommen. Es ist das Vermächtnis George Lucas‘ an dieser Saga, dass jeder ganz eigene Gefühl verspürt, wenn er „Star Wars“ hört. Besonders für jeden Fan ist dieses Gefühl ambivalent, wenn das „Star Wars“-Theme im Kino ertönt. Wie ein Fingerabdruck, unmöglich zu kopieren. Doch trotz aller Kritik an den neuen Filmen bietet das Star Wars Universum die Möglichkeit, seinen ganz eigenen Zugang zu kreieren. Dadurch funktionieren Serien wie „The Mandalorian“ und wahrscheinlich auch die neuen Serien, denn sie haben ihren eigenen Fingerabdruck, die Disney-ID.

Ein Kommentar von Magnus

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