Mars vs. Jupiter 3

Im Deutschunterricht haben wir uns mit Janne Tellers „Krieg: Stell dir vor er wäre hier“ beschäftigt. Die Aufgabe war es, einen Paralelltext dazu zu schreiben. Wir haben das als Anlass genommen, unsere „Geschichte“ rund um den Konflikt zwischen Marsianern uns Jupitanern noch etwas zu erweitern.

Die Marsianer haben die Jupitaner tatsächlich angegriffen, sodass der Jupiter weitgehend zerstört ist und nur wenige Jupitaner fliehen konnten:

Nach dem Krieg:

(Sicht eines überlebenden Jupitaners)

Zerstörung, absolute Zerstörung. Meine Heimat, weg. Mein Leben, weg. Meine Familie, weg.

Die Marsianer haben uns alles genommen, mit ihren Bomben und Raketen. Aus Hass. Jetzt bin ich allein. Alle meine Freunde, Tod. Millionen von Jupitanern, Tod. Ich hab noch eine Chance, die Venus. Ich bin einer der wenigen Überlebenden, vielleicht nehmen sie mich auf und geben mir eine Zukunft. Doch dafür muss ich den Planeten erstmal erreichen. Ich sitze in einer winzigen Rettungskapsel, irgendwo im Weltall. Es ist kalt. Ich habe Hunger. Es ist dunkel, das einzige was zusehen ist, sind die Überreste meines Planeten, der in Flammen steht. Ich habe nichts mehr, nur die Kleidung, die ich trage und ein Andenken an meine Heimat. Was mir bleibt ist Hoffnung. Hoffnung auf eine Zukunft, auf Asyl. Hoffnung auf ein neues Leben. Neue Freunde, einen neuen Job, genug Essen und trinken. Hoffnung, dass ich gut aufgenommen werde. Ohne Verachtung. Was ist, wenn sie mich nicht aufnehmen. Was wenn sie mich hassen und ausschließen? Sollte ich besser zurückkehren? Ist es gerecht, dass ich überlebt habe, während alle anderen in den Flammen verbrennen oder an ihren Verletzungen durch Granatensplittern verbluten? Ich habe sie im Stich gelassen, konnte ihnen nicht helfen, oder vielleicht doch? Hätte ich noch jemanden retten können? Hätte ich einem Kind vielleicht die Chance auf ein längeres Leben bieten können? Was soll ich tun?

(Sicht eines verletzen, zurückgelassenen Marsianers)

Krieg. Was heißt das? Angst. Kälte. Licht am Horizont. Eine Rakete. Schreie. Bomben. Betteln. Schmerzen. Leere. Vor unserem ersten Angriff sagte man, wir wären schon am Ende. Nun sei es an der Zeit zu nehmen, was uns gehört. Den Freunden, die zu Feinden wurden, die Strafe für Ignoranz zu zahlen. Man sagte, es sei an der Zeit unser Elend zu beenden.

Was uns niemand sagte, war dass der Krieg uns alles nimmt. Das Mickrige, was wir hatten. Mein Leben war nicht schön vor dem Krieg, das war es keineswegs. Uns wurde gesagt, der Krieg sei die Hoffnung, die Rettung vor diesem alten Leben. Wir mussten solchen Worten Vertrauen schenken, wir hatten ja nichts mehr. Ich dachte, wir könnten nichts mehr verlieren. Doch ich lag falsch, wir alle lagen falsch.

Das Leben. Wir hatten unser Leben, das Leben unserer Liebsten zu verlieren.

Die Ehre. Das Ansehen trotz unseres Leides und des Glücks der Anderen nicht mit Gewalt zu verlieren.

Aber das taten wir. Alle dachten an Hoffnung, Rache und Gerechtigkeit. Niemand an das eigene Leben und das der Familie. Niemand dachte an die Zukunft und diese Generationen, die mit der Schuld einen Krieg begonnen zu haben, leben müssen. Nein, wir haben die Anderen als Egoisten bezeichnet und selber nur unsere Armut gedacht, nicht an irgendwen oder die Zukunft. Vielleicht haben uns die Jupitaner das letzte Mal wirklich in die Krise gestürzt, aber dieses Mal waren wir es. Nicht nur die Jupitaner haben wir dabei im Elend versinken lassen, sondern auch uns, ohne zu zögern oder nachzudenken.

Mir wurde eine Chance versprochen. Doch meine Familie starb einen Tag nach dem Angriff, meine Mutter, mein Vater, mein Bruder. Alle. Qualvoll. Für sie habe ich gekämpft, jeden getötet. Um unsere Mission zu beenden, weil sie es nicht mehr können. Jetzt habe ich auch sie enttäuscht.

Hier liege ich, in einer Lache von Blut, meinem Blut. Rauch beißt in meinen Lungen. Granatsplitter überall. Aber nun Fühle ich keine Schmerzen mehr. Es ist vorbei, meine Tage sind gezählt und das ist unsere Schuld. Wir hätten sie nicht angreifen dürfen. Wir hätten den Worten kein Vertrauen schenken dürfen.

Marika Münkel und Paula Holste

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