Hatte der Otto keine Zeit?

Eine weitere Bundesligasaison neigt sich dem Ende zu und erneut dominiert die Abstiegsangst den letzten Spieltag. Mittendrin der SV Werder Bremen. Wie bereits im Jahr zuvor tun sich die Bremer mit dem Klassenerhalt sehr schwer. Nachdem Werder letztes Jahr mit einer fast schon aussichtslosen Ausgangslage in den letzten Spieltag gestartet war, gelang der Mannschaft unter Trainer Florian Kohfeldt der Sprung auf den Relegationsplatz. Auf genau diesem Platz befindet sich Bremen in diesem Jahr, allerdings ist die Lage nicht besonders vielversprechend. Auch wurde Florian Kohfeldt in der doch noch das Vertrauen entzogen. Einen Spieltag vor Saisonende wurde er entlassen. Werder Legende Thomas Schaaf, der Werder bereits 1999 vor dem Abstieg gerettet und die Grün-Weißen über 13 Jahre hinweg am Spielfeldrand geleitet hatte. Gibt es noch Hoffnung für Bremen nach dem Trainerwechsel, hatte Otto Rehhagel keine Zeit, oder handelt es sich um pure Panik?

Nach dem letzten Spiel, bei dem Werder den Eindruck gemacht hatte, als hätten sie sich schon aufgegeben, ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt eher gering. In Überzahl in der 1. Halbzeit mit vielen Chancen, wussten die Bremer nach der Halbzeit nichts mehr mit sich anzufangen. Daraufhin begann die Bremer Rettungsmission mit Thomas Schaaf. Anders als es sich viele erhofft hatten, wurde es nicht Otto Rehhagel, denn dieser hatte anscheinend keine Zeit. Den meisten Werder-Fans ist der Name Schaaf noch bekannt, denn er ist mit Erfolg verbunden. Gleich dreimal führte er Bremen mit seinem spektakuläremn Offensivfußball zum Pokalsieg und einmal zum Meistertitel.

Allerdings geht es im heutigen Spiel nicht um die Meisterschaft, sondern nur um das Ergebnis. Es geht um drei Punkte, die Bremen vor dem direkten Abstieg retten würden. Doch dass wirklich ein Wunder passiert, ist eher unwahrscheinlich. Seit neun Spielen liegen die Nerven an der Weser blank. Neun Spiele ohne Sieg, lediglich einen Punkt holten die Bremer aus den letzten Spielen. In der letzten Saison konnte man sich gerade noch so in der Relegation retten, doch jetzt sieht es so aus als wäre der Zug abgefahren und das lässt das Werder-Herz ganz schön doll bluten.

Doch nicht nur bei Bremen liegen die Nerven blank. Auch beim (in meinen Augen) besseren Club des Nordens fand vor zwei Wochen ein Trainerwechsel statt. Der bisherige Trainer, Daniel Thioune, wurde aufgrund von andauernd schlechten Leistungen und ausstehenden Erfolgen beurlaubt. Als Nachfolger wurde HSV-Legende Horst Hrubesch, der im Gegensatz zu Otto Rehagel anscheinend Zeit hatte, verkündet. Hrubesch, immerhin bereits 70 Jahre alt, nahm die Mission, den 3. Platz der 2. Liga zu erreichen, an. Den direkten Aufstieg hatte der HSV bereits verspielt. Hrubesch gewann sein erstes Spiel 5:2 mit einer grandiosen Leistung gegen Nürnberg. Er hatte den HSV-Fans wieder Hoffnung eingehaucht. So ging es mit drei Punkten Rückstand in den vorletzten Spieltag gegen Abstiegskandidaten Osnabrück. Der HSV zeigte sich schwach als hätte er aufgegeben bzw. keine Lust, den Kampf mit Fürth um den dritten Platz aufzunehmen. Der HSV macht sich erneut zum Gespött der kompletten Fußballnation. Als HSV-Fan tut so etwas einfach nur noch weh. Jahr für Jahr wird man erneut enttäuscht, seiner Hoffnungen sowie Nerven beraubt. Wie sagt man so schön „Aller guten Dinge sind Drei“… so holt der HSV das Triple des 4. Platzes der 2.Bundesliga.

Bei allen HSV Fans kommt so pure Freude auf, gepaart mit einer Menge Wut und Trauer. Trotz allem blicke ich möglichst optimistisch in die nächste Saison. Eventuell wird es ja ein Nordderby geben.

Beim HSV ist der Legendeneffekt nicht zur Geltung gekommen,

Bremen hat es noch in der Hand und muss auf Schützenhilfe aus Köln und Bielefeld hoffen. Wird der Legendeneffekt wirken oder hätte man lieber Otto Rehagel anrufen sollen?

Ein Statement von Jule Nack und Jannes Rathjen

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