Leistungssportler ausgebremst (II/III)

ES-Magazin:

Niklas, könnte dieser Lockdown Auswirkungen auf deine zukünftige Karriere haben?

Niklas Aevermann:

Ja und nein, also klar hat man irgendwie Defizite im praktischen Bereich, da man jetzt an Zeit verliert, aufzuholen oder an seiner Technik zu arbeiten.(In der Halle) Aber ich denke dieser Nachteil ist  jetzt nicht so immens groß, dass man sagen könnte, wenn man es nicht in die Bundesliga schafft, es daran gelegen hätte. Denn man hat ja doch die ein oder andere  Möglichkeit sich mit einem oder zwei weiteren Spieler und einem Torhüter zu treffen und draußen in kleinen Gruppen zu trainieren. Also du hast halt trotzdem noch Chancen, dich zu bewegen und dich mit deinem Sport auseinanderzusetzen. Sei es mit Freunden draußen, wenn man einfach den Sport ausübt oder für dich im Individuellen zum Beispiel mit Lauf-Einheiten oder Kraft-Einheiten zu Hause. Also ich denke, dass es jetzt nicht so tragisch ist. Man vermisst halt nur die Zeit in der Halle mit allen anderen.

ES-Magazin:

Wie war dein Training vor dem Lockdown und inwiefern hat sich dieses mit den Beschränkungen verändert?

Niklas Aevermann:

Das ist der größere Umbruch. Wir hatten ja vorher neun bis zehnmal in der Woche Hallentraining als Mannschaftsverbund. Dadurch, dass wir jetzt aber diese Möglichkeit nicht mehr haben, sind die neun Trainingseinheiten weg und man muss sich selber jeden Tag motivieren, sein Training durchzuziehen. Viele aus meiner Mannschaft gehen Laufen und machen dann im Anschluss ein Krafttraining. Also schon deutliche Unterschiede.

ES-Magazin:

Was hat dich motiviert, trotz der schwierigen Situationen weiter deinen Traum von Profihandball zu verfolgen?

Niklas Aevermann:

Die Profis dürfen ja auch zur Zeit spielen und trainieren. Ich motiviere mich dadurch, dass ich irgendwann dorthin kommen möchte, dass ich auch in Zeiten wie diesen trotzdem trainieren darf, gerade weil ich auf diesem Niveau spiele. Das motiviert mich am meisten.

ES-Magazin:

Mit welchen Maßnahmen der Regierung bezüglich des Handballs wart ihr einverstanden, wo seht ihr mögliche Verbesserungen?

Steffen  Aevermann:

Verbesserungen wären tatsächlich irgendwie eine Einheitlichkeit, was Ausnahmegenehmigungen angeht, zu erreichen. Also trainiert werden darf ja grundsätzlich nirgends. Der Handball, wenn er nicht Leistungs- oder Profibereich ist, darf gar nicht ausgeübt werden, auch nicht im Breitensport und als Hobby. Wenn Jugendmannschaften jetzt trainieren, dann dürfen sie das, weil dort das Land oder die zuständige Behörde eine Sondergenehmigung erteilt hat. Und der Umgang mit diesen Sondergenehmigungen ist sehr unterschiedlich in Deutschland gehandhabt. In Hamburg werden gar keine Sondergenehmigungen erteilt, auch wir haben gerade gestern wieder eine Ablehnung bekommen. Jedoch hört man in anderen Teilen der Republik, dass diese erteilt werden und somit wieder Training möglich ist. Und da würden wir eine Verbesserung für uns als Sportler und als Trainer sehen, wenn das einheitlicher wäre. Das würde dann natürlich auch möglicherweise dazu führen, dass man doch wieder in einen sportlich fairen Wettbewerb treten kann. Also im Prinzip mehr Austausch und ein bisschen mehr Mut, denn auch wir haben immer ein Hygiene-Konzept. Es wird wie bei den Profis getestet und nachverfolgt. Da wäre Einheitlichkeit schon schön.

Verantwortung als Trainer und der Profihandball. Darüber erfahrt ihr mehr im letzten Teil der Interviewreihe.

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