WM im Austausch für Menschenleben – Das Leben der Arbeiter in Qatar

Momentan geht es in der Fußballwelt auf und ab. Fast wöchentlich gibt es eine neue Katastrophe, welcher sich die FIFA stellen muss. Von der Corona Pandemie bis hin zur Gründung der bereits gescheiterten Super League. Doch ein Thema rückt dabei immer mehr in den Hintergrund und zwar die Ausbeutung der Arbeiter für die WM 2022 in Qatar. Was vor ein paar Jahren noch einen großen Shitstorm auslöste, wird nun einfach vernachlässigt und nicht mehr aufgegriffen, obwohl die Lage schlimmer denn je ist.

Bereits die Verleihung an das Land Qatar sorgte für große Empörung, da die FIFA sich vermutlich wieder einmal hatte bestechen lassen. Dazu kommt noch, dass Qatar eines der ungeeignetsten Länder ist für solch ein Sport-Event. Die Temperaturen erlauben es den Spielern, erst abends zu spielen, da sie vermutlich sonst unter einem Sonnenstich leiden müssten. Doch die zentrale Frage war, wo die Profis überhaupt ihre Spiele austragen sollen? Das Land besaß keinerlei Stadien, um einer WM gerecht zu werden. Doch das Land versicherte, dass genügend Stadien bis 2022 erbaut sein würden, um die Spiele dort austragen zu können.

Leider ist der Preis dafür sehr hoch und die Arbeiter, welche für die Stadien zuständig sind, müssen ihn bezahlen. Sie müssen fast jeden Tage von morgens bis abends unter der erbarmungslosen Sonne von Qatar schuften, damit sie ein Gehalt bekommen, was nicht einmal fürs Überleben reicht. Ihre Unterkunft sieht dementsprechend auch aus. Sie wohnen teilweise mit mehreren Arbeitern auf einem sehr kleinen Wohnraum und müssen gemeinsam sehr schlecht ausgestattete Sanitäranlagen benutzen. Sie besitzen oft nicht mal einen Herd und müssen ihre Dusche gleichzeitig als Toilette benutzen. Kein Mensch auf dieser Erde würde freiwillig diese Qualen ertragen. Doch die Arbeiter haben meist keine andere Wahl, denn viele von ihnen stammen aus umliegenden Ländern, um in Qatar Geld zu verdienen, wussten aber nicht, dass ihre Reisepässe und Ausweise bei der Überquerung der Grenze eingezogen werden würden. Sie sind praktisch in Qatar gefangen und sehen sich dazu gezwungen, jeden Tag zu arbeiten. Natürlich ist solch ein Leben nicht ungefährlich, weshalb schon einige ihre Leben lassen mussten auf den Baustellen für die Stadien.

Doch trotz all dieser Anschuldigungen gegenüber der FIFA und den Veranstaltern gibt es leider keinerlei Anzeichen, dass die Bauarbeiten gestoppt werden. Dennoch gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nun melden sich nämlich einige Nationen zu Wort, welche an der WM teilnehmen. Länder wie Deutschland protestieren vor einzelnen Länderspielen gegen die miserablen Lebensstandards der Arbeiter und außerdem für Menschenrechte. Einige sind sogar der Meinung, man sollte das vermutlich größte Sport-Event der Welt boykottieren, was vielleicht gar keine so schlechte Idee wäre. Denn kein Turnier der Welt ist es wert, dafür Menschen sterben zu lassen.

Von Joel Knipp

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