Umweltbilanz #3 “Wie uns der Klimawandel sibirisches Wetter bringen wird”+ Nachrichten zum Thema

Eine Eiszeit durch den Klimawandel? Diese Frage stellen sich immer mehr Klimaforscher und Meteorologen weltweit, und obwohl es wie aus einem Science Fiction Thriller wie „Snowpiercer“ imitiert klingt, könnte wirklich etwas dran sein.

Wer jetzt darauf hofft, dass dieses Phänomen den Klimawandel oder eher gesagt die Erderwärmung kontern würde und zu einem Ausgleich der Giganten führen könnte, der liegt falsch, denn zum Klimawandel gehört zwangsläufig auch eine Abkühlung in bestimmten Gebieten, während es an vielen anderen Orten wärmer wird. So wird es in den nächsten Jahren beispielsweise in Sibirien nicht wärmer, sondern viel kälter werden, denn kalte Luftmassen werden durch das Polkappenschmelzen in südlichere Gebiete getrieben, wodurch Sibirien und auch Westeuropa von jahrzehntelangen Wintern heimgesucht werden könnten. Kalte Luftmassen verschwinden meist nicht völlig, sie kehren nur die Richtung um und verändern dadurch Wetterlagen auf lange Zeit. Dieses schon länger bekannte Phänomen könnte laut eines Forscherteams um den Forscher Xianyao Chen zu genau dem Gegenteil führen, nämlich zu einer verstärkten Erderwärmung im Bereich Europa. Dies würde, ähnlich wie das durch das Polkappenschmelzen freigesetzte Methan den menschengemachten Klimawandel deutlich verstärken. Was es nun genau mit dem Abschwächen des Golfstroms auf sich hat, bleibt offen und wird sich in den nächsten Jahren offenbaren. Neben dieser Nachricht gab es innerhalb des letzten Quartals auch andere Schlagzeilen, die die Natur, Umwelt und das eng damit verbundene Klima betreffen. Zu den meiner Meinung nach Bedeutendsten gehören:

„Die grüne Lunge vor dem Kollaps“

1. Dieser Bericht der Tagesschau bezieht sich auf den Zustand des deutschen Waldes, der laut eines Berichts im Auftrag der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner, einen neuen Tiefstand für die intakten Baumkronen feststellte. Bei 79% der Exemplare 38 erfasster Arten seien demnach Kronenschäden von verschiedenen Ausmaßen erfasst worden. Besonders bei Fichten (von 36% auf 44% beschädigten Exemplare) und Buchen (von 47% auf 55% geschädigten Exemplare) habe die Kronenverlichtung stark zugenommen, einzig und allein bei den Eichen sei ein hoffnungsvolles Plus (von 50% auf 38% geschädigte Exemplare) der gesunden Bäume zu erkennen. Laut der Waldzustandserhebung 2020 sei der Zustand des deutschen Waldes (der übrigens knapp 31% der Fläche der gesamten Republik bedeckt) seit der ersten Waldzustandserhebung 1984 noch nie in einem so schlechten Zustand gewesen. Zumal durch den überaus trockenen April und die schlechten Prognosen für dieses Jahr lässt sich auch weiterhin ein negativer Trend für den Zustand des Waldes erkennen, jedoch lässt sich das Wetter schwer voraussagen und Wunder schon gar nicht, weshalb in Kombination mit den geplanten Gegenmaßnahmen von 1,5 Milliarden für den Erhalt der bewaldeten Flächen auch in diesem Fall Hoffnung auf eine gesunde und grüne Lunge dieser Erde bleibt. Noch steht der Wald also nicht vor dem Kollaps, aber wenn so weiter gemacht wird wie bisher, kommt der reale Kollaps immer näher.

„Bericht der Weltwetterorganisation: Klimawandel trotz Pamdemie beschleunigt- 2020 eines der drei wärmsten Jahre

Wer denkt, der Klimawandel macht während der Pandemie Pause, um seinen Erschaffern Ruhe auf der Couch zu gönnen, der liegt falsch. Obwohl die Fabriken im Lockdown teilweise weniger als die Hälfte ihrer Kapazitäten ausnutzten, schritt der Klimawandel voran. Der Beitrag von Spiegel-Online ist ein weiterer Beweis dafür, wie unzureichend die Maßnahmen Deutschlands und der Welt gegen den Klimwandel sind, dann trotz der durch den Lockdown für die Wirtschaft erreichten Einbuße von 40% des CO2 Ausstoßes mit der Referenz der Menge von 1990, waren 2020, 2019 und 2016 zusammen die wärmsten Jahre seit den Wetteraufzeichnungen. Schon jetzt ist die Temperatur der Welt durchschnittlich bereits um 0,8 Grad gestiegen, was das 1,5 Grad-Ziel aus heutiger realistischer Sicht fast unerreichbar macht.

„Klimaschutz: Wie die USA und China gegen die Erderwärmung vorgehen wollen“

April, April. Dachte ich auch. Wenn Amerika und China in einem Satz stehen, geht es entweder um Wirtschaft, Waffen oder um den CO2-Ausstoß der beiden Länder. Eine Mischung aus allen drei Themen sind die nun laufenden Verhandlungen zwischen Amerika und China, um CO2 einzusparen, jedoch weiß man noch nichts über die genauen Zutaten und Forderungen der beiden Kontrahenten. Weiterhin schreibt die Süddeutsche Zeitung jedoch, man wolle jedoch in „Ernst und Eile“ im Verkehrs- und Landwirtschaftssektor damit beginnen, einen Strukturwandel einzuleiten. Dieser wiederum solle beide Länder irgendwann klimaneutral werden lassen, heißt es aus Peking. Noch während des gestrigen „Earth Day“ und am heutigen Tag läuft ein von Joe Biden einberufener Klima-Gipfel, an welchem Rund 40 Staaten aus aller Welt teilnehmen.

WWF: „Seaspiracy„ – warum man den Film gesehen haben sollte

Zum Schluss noch eine Art Mini-Rezension. Wer gerne mehr über das Thema Umwelt oder genauer die Lage unserer Weltmeere erfahren möchte und passend dazu ein Netflix-Abo besitzt, sollte sich unbedingt den Film „Seaspiracy“ ansehen. Viele Informationen gepaart mit einprägsamen Formulierungen verpackt in tollen Szenen, das bietet der Dokumentarfilm eines jungen Regisseurs aus England, der nicht wie geplant eine einfache Nachmittagsdokumentation über Korallenriffe dreht, sondern die Missstände des Umgangs mit den Weltmeeren zeigt. Der Film lässt die Veränderungen in der Natur genauso schlecht dastehen wie es diese Umweltbilanz tut, doch sind es oft bloß pure Fakten, die Menschen dazu bewegen, etwas zu ändern. Nur so gibt es noch Hoffnung für viele Ökosysteme dieses Planeten; ob Wald, Meer oder das gesamte Klima, am Ende hängt jeder mit in dem destruktiven Wandel, den unser Planet durchmachen muss.

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