Vertrauen

Ein Wörterbuch definiert Vertrauen als eine Überzeugung, ein Gefühl oder den Glauben in die Richtigkeit, die Wahrhaftigkeit sowie die Handlung oder die Aussagen einer Person. Vertrauen bezieht sich meist auf andere, aber als Selbstvertrauen auch auf das eigene Ich.

Aber was bedeutet Vertrauen für dich selbst? Ist Vertrauen für dich selbstverständlich oder hast du oft auch Zweifel, ob man jemandem vertrauen kann?

Für mich bedeutet Vertrauen, wenn ich eine Person schon lange und gut bzw. sehr gut kenne; dass ich mit der Zeit zu ihm oder ihr Vertrauen aufbaue; dass ich ihm oder ihr bestimmte Dinge aus meinem Leben anvertraue, wenn ich merke, dass die andere Person mir auch vertraut und „privatere“ Sachen erzählt. Vertrauen ist für mich nicht leicht und auch nicht selbstverständlich. Ich habe ehrlich gesagt auch ein bisschen Bedenken dabei, jemandem, der mein Vertrauen missbraucht hat, wieder zu vertrauen, weil ich Angst habe, wenn ich jemandem vertraue oder etwas anvertraue, dass dies dann ausgenutzt und weitererzählt wird. Doch vielleicht stimmt ja, was der amerikanische Autor Ernest Hemingway sagt: „Der beste Weg, um herauszufinden, ob man jemandem vertrauen kann, ist, ihm zu vertrauen.

Schon als Kind lernen wir zu vertrauen, durch Zuwendung, Geborgenheit, Liebe, aber auch als Trost, besonders von den Eltern. Wir können jedoch sowohl in der Kindheit als auch der Pubertät Vertrauen wieder „verlernen“ und bekommen Zweifel an uns, durch Lieblosigkeit, persönliche und verletzende Kritik von anderen, Nichtbeachtung und Vernachlässigung. Man gewinnt dann die Einstellung: „Ich bin nichts wert, nicht wichtig, nicht in Ordnung.“ Eigene Erfahrungen spielen eine große Rolle, Erfahrungen, die man beispielsweise in der Schule macht, und die für den Aufbau unseres Selbstwertgefühls sorgen. Wenn man schlimme Erfahrungen in der Schule macht und gemobbt oder ausgegrenzt wird oder wurde, dann fängt man an, an sich selbst zu zweifeln und nach einer Weile will man sich selbst einfach nur schützen. Man baut eine Mauer um sich herum auf und lässt niemanden mehr an sich heran, weil man hofft, dass wenn man niemanden mehr vertraut, man nicht mehr enttäuscht werden kann.

Wenn wir Angst vor Vertrauen haben, haben wir aber auch meistens noch andere Ängste, wie Versagensangst, Angst vor Nähe oder Angst vor engen Bindungen. Aber auch die Angst, sich auf einen Partner einzulassen oder Freundschaften zu schließen. Wir können uns möglicherweise nicht richtig entfalten, weil wir uns nichts oder einfach zu wenig zutrauen. Wir wenden uns dann von anderen Menschen ab und werden zu Einzelgängern. Oder aber wir schrecken andere durch Arroganz oder Sarkasmus ab, damit diese uns nicht zu nahe kommen und uns verletzen. Und ja, vielleicht entwickeln wir nach einer gewissen Zeit einen Kontrollzwang, um mit unserer Angst umzugehen.

Vertrauen zurückzugewinnen braucht viel Geduld und viel Zeit und viele neue gute Erfahrungen. Vertrauen ist immer ein Wagnis mit offenem Ausgang.

„Wenn du drei Menschen in deinem Leben hast, denen du vertrauen kannst, kannst du dich als die glücklichste Person der ganzen Welt betrachten.“ (Selena Gomez)

Falls du Probleme hast oder gemobbt wirst, kannst du dich immer an unsere Beratungslehrkräfte wenden. Das sind Frau und Herr Janßen sowie Frau Ebeling. Die Mailadressen findest du hier: https://eichenschule.de/eichenschule/angebot/beratung/

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