Umweltbilanz #2 „Paris or Preem?“

So lautete der Slogan einer 72 Stunden Blockade eines schwedischen Ölkonzerns durch Greenpeace. Preem lautet dabei der Name des Konzerns, das Paris bezieht sich natürlich auf das Pariser Klimaabkommen, das morgen, am 12. Dezember seinen 5. Geburtstag feiert. Doch was wurde durch das Abkommen innerhalb der letzten 5 Jahre erreicht? Sind die angepeilten maximalen 1,5 Grad Temperaturanstieg überhaupt noch realistisch? Um dieses Thema geht es in der Umweltbilanz #2.

Erstmal zu den Fakten. Das Pariser Klimaabkommen wurde am 12.12.2015 in Paris geschlossen, es ist das erste rechtsverbindliche Abkommen für den Klimaschutz, es einigten sich unglaubliche 195 Länder auf das Abkommen. Ein historischer Sieg für das Klima könnte man meinen, mit hohen Zielen wie die menschengemachte globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken. Doch eins ist nach 5 Jahren klar: Ein Sieg war nur die Unterzeichnung der 195 Länder. Besonders wenn es um die Ziele des Abkommen geht, findet man schnell gähnende Leere. Der UN-Chef drückt seine Meinung pointiert aus. bei einer Rede an der Colombia University sagte er schlicht und einfach „Unser Planet ist kaputt“. Fast kein Land erfüllt die Forderungen oder wenigstens einen Großteil der geforderten Maßnahmen, kein Land erfüllt sie komplett. Sogar Schweden, das erfolgreichste Land der Welt, wenn es um Klimaschutz geht, erfüllt sie nicht, unter anderem wegen der Entscheidungen, die zum Ausbauen des Ölkonzerns Preem führten. (Fast) jedes Land müsse seine Bemühungen mindestens verdreifachen, so eine Zwischenbilanz aus dem Jahre 2018. Es folgten viele Verschärfungen und Versprechungen der Länder. Taten folgten jedoch nicht. Auch Deutschland muss seinen Co2 Ausstoß um mindestens 60% reduzieren, nicht um die veranschlagten 40%. Besonders negativ fällt Polen auf, das kaum Pläne und konkrete Umsetzungen für den Klimaschutz entwickelt. Und auch Deutschland investiert jedes Jahr erneut 13 Milliarden in fossile Energieträger. Immerhin ist die EU im Klima-Index um sechs Plätze aufgestiegen. Doch wenn es um ernstgemeinten Klimaschutz geht, ist dieser Index höchstens die 4. Liga.

Bleibt bei all den schlechten Nachrichten überhaupt noch Hoffnung auf das Erreichen der Ziele?

Definitiv. Genauso schlecht wie die bisherigen Erfolge sind, genauso gut sind die Chancen auf Verbesserung. Es ist klar, dass es schwierig wird, doch von Monat zu Monat scheinen die einzelnen Länder mit dem Klimaschutz ins Rollen zu kommen. Immer mehr Beschlüsse werden gefasst und auf Fehler wird aufmerksam gemacht. Besonders große Hoffnung liegt auf Amerika. Bidens Wahlsieg bewirkt diese große Hoffnung auf Veränderung. Das Fazit bleibt trotzdem negativ, die Beschlüsse dieses Wochenendes werden mit Spannung erwartet. Hoffentlich ändert auch Deutschland seine Pläne!

Von Magnus Leever

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