Hohe Geldsummen im Fußball – Sportkolumne #1

Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan, Nasser Al-Khelaifi, Roman Abramowitsch, Dietmar Hopp oder auch Dietrich Mateschitz, sie alle sind Clubbesitzer und Besitzer mehrerer Milliarden Euro. Doch warum kaufen sie sich einen Fußballclub, anstelle von beispielsweise Immobilien? Nun ja, dazu müssen wir uns zunächst in die Gedanken eines Mäzens, wie er im deutschen Sprachraum genannt wird, hineinversetzen und starten ein Gedankenexperiment:

Man stelle sich vor, man sei Dietrich Mateschitz. Für alle, die nicht wissen, wer Dietrich Mateschitz ist, er ist ein österreichischer Unternehmer und Erfinder des berühmten Energydrinks Red Bull. Mateschitz besitzt Red Bull zu 49%, daher muss man kein Experte sein, um schließen zu können, dass dieser Mann unfassbar wohlhabend ist (Dagobert Duck nichts dagegen). Sein Vermögen beläuft sich laut vermoegenmagazin.de auf ca. 23,19 Milliarden Euro.

Doch wohin mit dem ganzen Geld? Na ja, das ist doch eigentlich ganz einfach! Man kauft sich einfach mal spontan einen Fußballverein und weil man in der Menge bekanntermaßen Rabatt bekommt, kauft man sich gleich drei. Im Fall von Mateschitz sind es Red Bull Salzburg, New York Red Bulls und natürlich Red Bull, äh Verzeihung: wir meinten natürlich RasenBallsport Leipzig, da die Namensrechte der Vereine in Deutschland sehr streng geregelt sind. Doch in allen Logos findet sich das Logo der berühmten Energie-Marke.

Uns erinnert dieses Verfahren an ein Computerspiel, in dem man einen Club kauft, beziehungsweise wie im Fall von RB Leipzig gründet, in und mit dem man einfach alles machen kann, was man will. Man besitz die komplette Macht.

Doch neben Mateschitz gibt es natürlich weitere Mäzene. Zum Beispiel den Scheich Nasser Al-Khelaifi: Der Eigentümer von Paris Saint Germain ist ein katarischer Scheich, der ein Vermögen von 7,09 Milliarden besitzt. Genau dieser Nasser Al-Khelaifi war dafür verantwortlich, dass PSG von einem mittelmäßigen Club zu einem der exklusivsten Spielvereine der Welt werden konnte, doch nicht durch sportlichen Erfolg, sondern vor allem aufgrund der unerschöpflichen finanziellen Mittel. In Paris werden die Trainer nur nach einem Wettbewerb beurteilt, nämlich der Champions League, die Liga gewinnt PSG sowieso schon seit Jahren. Dies gilt auch für die nationalen Pokale, aber für Al-Khelaifi zählt nur die Champions League. So entließ er beispielsweise Trainer Unai Emery, weil dieser in der Saison 2016-17 im Achtelfinale gegen Barcelona ausgeschieden war. Das Hinspiel hatte PSG mit 4:0 gewonnen, unterlag den Katalanen jedoch dann mit 6:1 im Rückspiel. Dies zeigt noch einmal, wie unzufrieden der Scheich gewesen war und wie viel Macht er im Verein besitzt, quasi wie ein Alleinherrscher. Ein neuer Trainer wurde angestellt und weitere Millionen in Spieler investiert. Paris Saint Germain hat seit der Saison 10/11 1,31 Milliarden Euro laut transfermarkt.de für Spieler ausgegeben, demgegenüber „nur“ 456 Millionen durch Verkäufe eingenommen. Unter den Einkäufen waren Spieler wie Neymar (222 Millionen) und Kylian Mbappé (135 Millionen und 45 Millionen als Bonuszahlungen) alleine in einem Jahr, wobei Mbappé zunächst an PSG ausgeliehen wurde, um das Financial Fair Play zu umgehen. Dieses Gesetz besagt, dass Fußballvereine, um viel Geld ausgeben zu können, auch Geld einnehmen müssen. Doch dieses Gesetz wurde in den letzten Jahren sehr großzügig bei Fußballclubs wie eben PSG ausgelegt und daran ist auch der Besitzer nicht ganz unschuldig. Nasser Al-Khelaifi hat einen guten Draht zum Fifa Boss Gianni Infantino, so wurde durch Football Leaks bekannt, dass Infantino als Fifa-Präsident oft ein gutes Wort für Al-Khelaifi eingelegt hatte, ein Vorgang, der nicht nur unerhört, sondern eigentlich streng verboten ist, die Betonung liegt hierbei auf „eigentlich“: So werden Gelder aus Katar mittlerweile als „Sponsorengelder“ gekennzeichnet, um weniger aufzufallen, obwohl es sich lediglich um weitere Gelder vom Eigentümer handelt, da es sehr unwahrscheinlich (oder ein Wunder) ist, 50 Millionen Euro Sponsoring von einer Firma zu erhalten, die einen Gegenwert von ca. 1-2 Millionen Euro hat.

Doch zuletzt hatte die Fifa auf die Scheichs reagiert, so verhängten sie ein zweijähriges Champions League-Verbot gegen das Team von Scheich Mansour Bin Zayed, Manchester City wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play, da Man City in den letzten Jahren die Mannschaft mit dem größten Minus im Saldo war nämlich: Aufgepasst: – eine Milliarde.

Doch es dauerte nicht lange, und schon wurde das Urteil durch den Internationalen Sport-Gerichtshof aufgehoben und durch eine Geldstrafe ersetzt aufgrund des Einspruchs von Manchester City. Der Sportsgerichtshof CAS hatte den Fall betrachtet und die Strafe aufgehoben. Was dort wirklich ablief, können wir natürlich nicht sagen und nur spekulieren, was wir aber sagen können ist, dass kleinere Teams vom CAS aus internationalen Wettbewerben ausgeschlossen werden und bei großen Teams nachträglich Entscheidungen zugunsten der Vereine gefällt werden.

Fazit: Der Fußball ist immer weiter vom Geld abhängig und die FIFA zu manchen Teilen einfach zu leicht zu „überreden“ … bestechen oder zu unentschlossen, etwas durchzuziehen. Eine echte Lösung für dieses Ungleichgewicht und diese moralischen Vergehen ist nicht in Sicht, solange sich an den Spitzen der Verbände nichts ändert. Daher dürfen wir wohl glücklich darüber sein, dass unsere Vereine in der Bundesliga sich im Bereich Ausgaben-Einahmen in komplett andern und wenigstens noch einigermaßen nachvollziehbaren Dimensionen bewegen.

Von Lukas Dittmer und Jannes Rathjen

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