Filmkolumne „Cut!“ #1

Gewalt und Zensur im Film

Aaaaction: Es ist so bekannt, dass seine Buchstaben seit 1923 über der Stadt der Engel weiß glänzen. Spoiler Gefahr! Es ist Los Angeles in den Vereinigten Staaten, gemeint ist natürlich der wohl berühmteste Stadtteil der Welt, Hollywood! Ob lustige Komödie oder spannender Thriller, die Studios von Hollywood haben schon alles gesehen. Ob Flop an den Kinokassen oder weltbekannte Filme, in Hollywood findet man alles, von Geschichten nach wahrer Begebenheit wie z.B. James Camerons „Titanic“ (eine Tür reicht für 2!) oder Thriller von Christopher Nolan wie „Tenet“, die mit Zeit und Raum spielen. Doch auch Comedy, vermischt mit Action, kommt in Hollywood nicht zu kurz, so wurde dort zum Beispiel der Film „Deadpool“ mit Hauptdarsteller Ryan Reynolds gedreht. Ein Film, der gerade aufgrund der vorhanden Brutalität und der Performance von Ryan Reynolds überzeugt, welcher durch seine Darstellung dem Film seinen Humor verleiht und durch die die Brutalität satirisch überzeichnet wird. Doch besonders dieser Film verstößt, wie viele weitere, gegen die Prinzipien von Hollywood. So wird dort Gewalt verherrlicht und der Tod ins Lächerliche gezogen. Nicht nur dies hat sich in der Geschichte der Filmbranche, die von Hollywood stark beeinflusst wird, in den letzten Jahrzehnten stark geändert. Bis zum Jahr 1967 waren Szenen mit Sexueller Perversionen, Gewaltverherrlichung, Gotteslästerung oder die Darstellung von Kriminalität durch den sogenannten Hays-Code strengstens verboten. Der Hays-Code, ursprünglich geschaffen, um eine staatliche Zensur zu umgehen, wurde von den Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA) formuliert. Er sollte Hollywood vor einer starken staatlichen Zensur schützen, indem Hollywood sich selbst zensierte. Der Hays-Code entwickelte sich zu einem moralischen Prinzip und wurde lange Zeit von den Zuschauern für gut befunden. Doch innerhalb der letzten Jahre wurde der Hays-Code Teil der Vergangenheit, denn mit der Darstellung von Sex (Sex and the City), Drugs (Breaking Bad) und Gewalt (GoT) lässt sich eben richtig viel Geld verdienen.

Es kann aber auch sinnvoll sein, Gewalt oder besser deren Konsequenzen explizit zu zeigen, anstatt sie zu verstecken (man denke an Disney), doch gerade in Filmen mit FSK 6 oder 12 kann dies zur Gewaltverherrlichung führen und schädlich für die emotionale Entwicklung der Kinder sein. Doch sind der künstlerischen Darbietung in Hollywood keine Grenzen mehr gesetzt, weswegen Gewalt und Sex in Filmen heutzutage genauso normal sind wie Filmmusik oder Geräusche. Zu hoffen ist da nur auf die FSK Einstufung, die zumindest die Kinder vor Gewaltverherrlichung schützt.

Doch es gibt auch positiven Fortschritt und neue Möglichkeiten der Darstellung. Ob CGI oder modernste Kamerasysteme, in Hollywood oder den Pinewood Studios in London, überall ist der Fortschritt zu spüren. Diese neuen filmischen Gestaltungsmittel ermöglichen es den Regisseuren heute, ihre Fantasien vollständig auszuleben, ob fliegende Raumschiffe, komplett neue Welten oder neue Lebewesen, der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt. Andererseits werden diese Programme auch dafür genutzt, die Brutalität noch krasser wirken zu lassen, indem der Zuschauer Anteil hat, wie den Antihelden Bonnie und Clyde sieben Mal in den Rücken geschossen wird, ganz anders als Hitchcocks Suspense, der vieles der Fantasie des Zuschauers überlässt, was nicht weniger spannend ist. Ein Dilemma für Produzenten und Konsumenten. Aufgrund des Fortschritts wird Hollywood nie wieder so, wie es einmal war. Am Ende muss es gar nicht nicht der brutalste und spannendste Film sein, um uns filmisch zu verzaubern und in den Kinosessel zu drücken. Und damit Cuuuut!

Von Magnus Leever und Jannes Rathjen

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