Besuch für die grünen Marsmännchen

Seit jeher haben die Menschen zu den Sternen geschaut und waren fasziniert von unserem Weltraum. Es stellen sich Fragen, deren Antworten nicht ergründbar scheinen. Die Faszination über die unendlichen Weiten des Weltraumes und der Planeten ist groß, unter ihnen schwebt der Mars. Der Rote Planet. Die Mission-Impossible. Bis jetzt.

Der 02. August 2048 wird sich wahrscheinlich in die Reihe der geschichtsträchtigen Ereignisse des ersten Menschen im Kosmos, dem 12. April 1961 und der ersten Mondlandung am 21. Juli 1969 einreihen können. Am 2. August 2048 soll der erste Mensch den Mars betreten. Bis dahin müssen jedoch noch viele Hindernisse überwunden werden, damit der Mars von Menschen angesteuert werden kann. Dies ist jedoch nicht unmöglich. Bald bekommt unser Nachbarplanet also Besuch. Ob man dort auch die bekannten grünen Marsmännchen antreffen wird? Dies wird nur die Zeit beantworten können.

Die Fantasien der Menschen über den Mars wurden jedoch schon vorher angeregt. Es gibt zahlreiche Filme über die Eroberung des Mars oder von der Besetzung der Erde von den Marsianern. Sonden kreisen bereits um den Mars und geben uns die Möglichkeit, Fotografien anzusehen und die Wetterverhältnisse zu beobachten. Doch insgesamt brachten diese Sonden bislang mehr Fragen als Antworten. Die am häufigsten gestellte Frage ist jedoch: Gibt es Leben auf dem Roten Planeten?

2020 soll das Jahr sein, in dem gleich drei Marsmissionen starten. Der Zeitpunkt für den Start einer so aufwendigen und sehr teuren Mission muss gut ausgewählt werden. Man kann nämlich nicht einfach irgendwann fliegen. Ein Flug zum Mars dauert mehrere Monate. Man bemüht sich daher, diese Zeit so gering wie möglich zu halten, denn das Vehikel, welches die Forschungsinstrumente und später vielleicht die Menschen zum Mars bringen soll, braucht noch genug Energie, um sie auch wieder in Richtung Erde zurückzubringen. 1,9 Erdjahre braucht der Mars, um die Sonne einmal zu umrunden. Die Planeten Erde und Mars stehen dabei stets in anderen Konstellationen zu einander. Die Missionsplaner suchen daher immer die günstigste Stellung, um die Rakete Richtung Mars schicken zu können. Der sogenannte Hohmann-Transfer ist dafür mehr als geeignet. Durch den 1925 vom deutschen Ingenieur Walter Hohmann beschriebenen Transfer ist es möglich, eine Sonde von der Erde im weiten Bogen um die Sonne herum in nur sieben Monaten zum Mars zu bringen. Dieser Erd-Mars-Transfer ist jedoch nur alle 26 Monate möglich und setzt die Wissenschaftler und Ingenieure gewaltig unter Druck. Wenn sie nicht rechtzeitig fertig werden, müssen sie 26 Monate warten und ein möglicher Prestige-Erfolg wird von anderen erreicht. Dieses Jahr sollen gleich drei Raketen in Richtung Mars geschickt werden: von den USA, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aber keine dieser Missionen verspricht viele neue wissenschaftliche Ergebnisse. Die Atmosphäre auf dem Mars ist bereits bis ins Detail erforscht und dass es vor Milliarden von Jahren eine dichte Atmosphäre und fließend Wasser auf dem Mars gab, ist ebenfalls Konsens. Was nun wissenschaftlich sehr begehrt ist, sind Bodenproben. Aber es ist gar nicht so einfach, die Proben wieder zurück zur Erde zu schaffen. Bis jetzt ziehen vier US-Amerikanische Rover ihre Strecken über den Marsboden. Besonders gefragt sind Proben aus der eisbedeckten Region. Dort könnten sich Überreste von vorherigem Leben befinden und für die Forschung einen wertvollen Schatz darstellen. Für die Rover stellt es jedoch eine Herausforderung dar, in diese Region zu fahren. In diesen Regionen brauchen die Rover viel größere Sonnensegel, damit sie von der Sonne genug Energie bekommen können. Und all diese Forschungsinstrumente müssen irgendwie zum Mars gebracht werden. Jeder Raketenstart ist jedoch sehr teuer. Dadurch müssen die Wissenschaftler und auch die Astronauten genau auswählen, was am dringendsten benötigt wird. Dies begrenzt jedoch das Forschungsfeld stark. Carsten Borowy, Leiter der Marketingabteilung der gesamten Firmengruppe OHB, sieht den 3D-Druck als Innovation, dies zu erleichtern. Der 3D-Druck schaffe neue Möglichkeiten. Man werden Häuser und alle möglichen benötigten Materialien vor Ort drucken können, sodass diese nicht auf der Erde angefertigt werden müssen und man sie dann noch auf den Mars bringen müsste, so Borowy. Als Probestation für den 3D-Druck sei der Mond geeignet. Er sei näher an der Erde, als der Mars, und daher sowohl bezogen auf die Erreichbarkeit als auch die Kosten günstiger.

Die europäische Weltraumbehörde ESA möchte in einer Kooperation mit Russland einen Bohrer auf den Mars bringen, um an Bodenproben aus bis zu zwei Metern Tiefe zu gelangen und diese noch vor Ort analysieren können. Durch die Analyse vor Ort müssten die Proben nicht erst zurück zur Erde geflogen werden, sondern die Daten könnten so übermittelt werden. Die zweite ExoMars Mission sollte bereits 2018 starten und musste auf den Marssommer 2020 verschoben werden. Aber auch in diesem Jahr wurde die Mission nicht rechtzeitig fertiggestellt. Nun wird 2022 angesteuert.

Was sich jedoch noch schwierig gestalte, ist die Kommunikation mit Robotern oder Astronauten auf dem Mars. „Man lebt in so einem Habitat wirklich isoliert und jede Kommunikation ist mit einer starken Verzögerung von 15 Minuten belastet“, so Carsten Borowy. Er ergänzt, dass folglich ein Nachricht vom Mars 15 Minuten dauere, bis sie auf der Erde ankomme, gleiches gelte entsprechend für eine Antwort zurück zum Mars. Das bedeute, dass ein simples „Hallo“ von der Erde als Antwort auf ein „Hallo“ vom Mars eine halbe Stunde dauere.

Dies sind alles sehr schwierige Umstände, unter denen die Astronauten leben müssen. Um zu ermitteln, was für physische und psychische Folgen eine so derartige Isolation für die Astronauten mit sich bringen würde, sei ein Experiment auf Hawaii durchgeführt worden, erklärt uns Dr. Marco Berg, (Maschinenbau-)Ingenieur der OHB in Bremen, während eines Interviews im März 2020. Über ein Jahr hätten die Experimentteilnehmer in extremer Isolation in Wüsten und Vulkanlandschaften gelebt. Sie hätten nur mit Astronautenanzüge herausgehen dürfen. Dieses Leben und die damit verbundenen Arbeiten seien nicht jedermanns Sache, so Marco Berg.

Auch Berg selbst wäre nicht gerne so lange in Weltall, für zwei Wochen würde er sich jedoch gerne die Erde einmal von oben anschauen. Man solle auch bedenken, dass der Weltraum keine positiven Auswirkungen auf den menschlichen Körper habe. Die Muskeln würden sich zurückbilden, die Flüssigkeiten sich im Körper verschieben und zudem würden die Abwehrkräfte anders als auf der Erde funktionieren. Von daher sei er immer vorsichtig damit, zu sagen er wolle auch ein halbes Jahr im Weltall sein. In diesem halben Jahr würde man zudem seine Familie nicht sehen. Deswegen sei es für Herrn Berg ideal, zehn Tage, zwei Wochen das alles mitzuerleben. Aber dann ein halbes Jahr oder länger, darüber müsse er länger nachdenken. Auch den Ritt in der Rakete würde er sich gerne sparen. Wenn er einmal einen Parabelflug mitmachen würde in einem Flugzeug und allein nur für ein paar Sekunden durch die Gegend fliegen und schwerelos wäre, glaubt er, dass er schon merke, dass ihm dabei unwohl werden würde. Dies sei nicht so richtig sein Ding. Aber er habe nichts dagegen, ein bisschen wie Bruce Willis mal ein paar Minuten auf dem Mars spazieren zu gehen.Wenn man es irgendwie hinkriegen könnte, dass man relativ entspannt zum Mars fliegen kann, wäre er dabei. Wahrscheinlich.

Bis jetzt ist das jedoch alles noch ein theoretisches Szenario. Bald wird es jedoch Wirklichkeit, dass die Menschen zu den grünen Marsmännchen zum Mars fliegen können. Das ist sicher.

Eine Reportage von Ann-Cathrin Behrens

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