Serienempfehlung „Gotham“: „There’s nothing more contagious than laughter“ – Jerome Valeska

Ich habe irgendwann in den Corona-Ferien angefangen die Netflix Serie „Gotham“ zu schauen. Eigentlich habe ich die Serie nur zufällig entdeckt, denn hätte ich an dem Tag nicht eine Videoedition zu der Serie gesehen, die mich fasziniert hatte, wäre ich womöglich nie auf diese unbeschreiblich humorvolle und trotzdem spannende und teilweise tragische Serie gestoßen.

„Gotham“ ist eine Action-Krimi-Serie von Bruno Heller aus dem Jahr 2014, die leider nur fünf Staffeln hat, weil sie im vergangenen Jahr abgesetzt wurde. Sie stammt aus dem DC Universum und basiert teilweise auf den Batman Comics, die ursprünglich von Bob Kane und Bill Finger entwickelt wurden.

Die Serie erzählt die Jugendgeschichte Bruce Waynes, der später zu Batman werden wird, in seiner Heimatstadt, Gotham. Zu Beginn der Serie ist Bruce Wayne noch ein zwölfjähriger Junge (verkörpert von David Mazouz), der gerade seine Eltern durch einen gewaltsamen Überfall verloren hat, welcher durch einen der wenigen nicht korrupten Polizisten Gothams, James Gordon (gespielt von Benjamin McKenzie) untersucht wird. Unterstützt wird Bruce Wayne außerdem von seinem treuen und sehr kampfstarken Butler Alfred (Sean Pertwee).

Dass Bruce Wayne in der Serie noch ein Junge ist, heißt aber nicht, dass es nicht schon genügend Schurken gibt, gegen die man kämpfen müsste. Die Rolle des Kämpfers für das Gute übernimmt in der Serie anfangs James/Jim Gordon, die eigentliche Hauptfigur der Serie, der in den einzelnen Staffeln verschiedene Entwicklungen durchmacht und dann zum Ende hin doch noch Unterstützung von Batman bekommt. „Gotham“ stellt somit die Beziehung zwischen Gordon und Bruce Wayne in den Vordergrund und wie Gordons Karriere vor dem Erscheinen von Batman aussah.

Die Bösewichte in „Gotham“ sind natürlich auch noch nicht die strahlendsten Verbrecher Gothams, sondern erst am Anfang ihrer Karriere als Batmans Gegenspieler. Und es gibt reichlich Schurken, die man auch aus den Comics kennt, wie Scarecrow, Barbara Kean (Gordon), Captain Nathaniel Barnes, Oswald/Pinguin, den Riddler oder Poison Ivy.

Eine meiner Lieblingsfiguren unter den Bösewichten ist Jerome Valeska (Cameron Monaghan), der Zwillingsbruder von Jeremiah Valeska (ebenfalls Cameron Monaghan), die beide verschiedene Charakteristiken des Jokers haben. Da „Gotham“ noch nicht den „richtigen“ Joker in der Serie zeigen konnte, haben die Produzenten ihn einfach auf zwei Personen aufgeteilt.

Natürlich gibt es noch viele andere faszinierende Charaktere, manchmal gut oder böse oder auch etwas dazwischen.

Pinguin (Robin Lord Taylor), der soziopathische, leicht reizbare, wütende Vogel, der immer unterhaltsam ist oder der Riddler (Cory Michael Smith), der Rätsel liebt, obwohl andere sie hassen und der von sich selbst sagt, er sei ein „cold logician“, der unfassbar schlau ist und von dem man nie wissen kann, auf wessen Seite er wirklich steht, haben sehr viel Screentime. Das finde ich wirklich gut, da diese „Schurken im Anfangsstadium“ oft auch einfach liebenswerte und unterhaltsame Figuren sind und es schön ist zu sehen, wie sie zu den großen Bösewichten in den Comics oder Filmen werden.

Es gibt natürlich auch nervige oder zu stark überzeichnete Charaktere, wie die sehr nachtragende, nie rational denkende, allgemein übertriebene und die kalte, gefühllose Frau spielende, dabei aber trotzdem meist als schwache Heulsuse agierende Lee Thompkins oder auch den für mich etwas zu viel selbstlosen und sich unnötig in Gefahren begebenden, minimal zu gefühlsduseligen und sehr dramatischen Jim Gordon oder auch in der ersten Staffel der sehr selbstmordgefährdete und seine eigenen Grenzen austestende, gefühlsblinde Bruce Wayne.

Es ist sehr unterhaltsam zu sehen, wie in der Stadt Gotham im Verlaufe der fünf Staffeln alles den Bach runtergeht, die Polizei korrupt ist nichts machen kann und die Bösewichte sich Machtkämpfe leisten oder Amok laufen. Dabei sind Stories und Verwandlungen in allen Gruppen oder Charakteren eingebaut, den Bösen, den Guten, den sich Raushaltenden, denen, die weder noch sind und den Seitenwechslern.

Im Großen und Ganzen finde ich die Serie mittlerweile genial, alleine die Idee zu haben, alles vor dem Erscheinen Batmans spielen zu lassen, ist ein Risiko, aber sehenswert. Kennt man weder die Comics noch die Kinofilme über Batman, hat man zu Beginn leichte Schwierigkeiten sich in der Story und den zahlreichen Charakteren zurechtzufinden, aber nach und nach wird alles perfekt in der Serie erklärt. Für Fans von Comics und Filmen dürfte „Gotham“ ziemlich cool sein, da man raten kann, welcher zukünftige Bösewicht hinter welcher Figur steckt oder weil man typische Verhaltensweisen wiedererkennt.

Auch möchte ich an dieser Stelle die darstellerische Leistung von Robin Lord Taylor als Pinguin hervorheben, da diese herausragend war. Diese komplexe, vielseitige Figur darzustellen, ist ihm sehr gelungen und ich denke, Robin Lord Taylors Performance ist ein großer Grund, warum mein Lieblingscharakter der Pinguin/Oswald Cobblepot geworden ist.

Ich kann „Gotham“ jedem über zwölf, vielleicht dreizehn, empfehlen, da es manchmal brutal werden kann, die Serie aber eigentlich hauptsächlich unterhaltsam, spannend, facettenreich und dramatisch ist. Die Serie ist actionreich und man kann gut bei Gordons Fällen miträtseln oder darauf warten, bis Pinguin in einem Wutanfall wieder wie wild gestikuliert und hysterisch rum schreit. Man wird vom Geschehen mitgerissen und es ist schwierig mittendrin aufzuhören, da es immer am Ende der Folgen oder Staffeln Cliffhanger gibt, die man so schnell wie möglich aufklären will.

So hat sich „Gotham“ schon lange auf meine Favoritenliste geschlichen.

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