Homeoffice – Tag 64, Gruppe A – von Tomke Prömel

Leider ist das Homeschooling nur teilweise vorbei. Schulbesuch und Homeschooling nun immer im Wechsel, jeden zweiten Tag.

7:15: Der Wecker klingelt, die Sonnenstrahlen blenden mein Gesicht. Jeden Morgen das gleiche Elend – trotz schulfrei so früh aufstehen? Die Schulaufgaben warten bereits. Ab an den Schreibtisch. Meine Füße frieren, der Stuhl quietsch, die Uhr tickt; ganz alleine. Je schneller daran, desto schneller davon!

10:42: Magenknurren. Endlich fertig mit den Aufgaben – warum vergeht die Zeit in der Schule immer so schnell? Irgendwie vermisse ich es. Freunde, Pausen – sogar die Lehrer. Ein Trampeln vom Flur nähert sich meiner Zimmertür. Meine Katze springt auf die Türklinge und steht jaulend vor mir. Daraufhin gibt es erstmal ein paar „Streicheleinheiten“.

11:02: Ich nehme den Geruch von frischen Brötchen wahr. Endlich – Frühstück. Meine Mutter ruft mich zum Tischdecken. Ich ignoriere es, vielleicht würde sie es ja für mich machen. Sie stürmt in mein Zimmer, ich habe keine Chance mehr.

11:37: Vollgegessen beschließe ich meine Kalorienanzahl zu minimieren. Trampolin springen, Federball spielen, Joggen gehen – jeden Tag auf‘s Neue. Danach erstmal in der Sonne entspannen, wenn es denn gerade nicht regnet.

12:43: Ein wunderschöner Tag heute, die Wiesen blühen, der Wald duftet, die Vögel zwitschern. Jeden Mittag fahre ich mit meiner Mutter eine Runde mit dem Rad und wir nehmen unseren Hund mit. Wir begegnen immer vielen Spaziergängern. Es tut gut zu sehen, dass viele versuchen, in der Natur einen klaren Kopf zu bekommen. Man unterhält sich kurz – natürlich mit Sicherheitsabstand – und fährt weiter.

15:04: Mir ist langweilig. Im Fernseher hört man nichts anderes mehr als über die Coronapandemie, ebenfalls im Radio oder auf der Straße. Ich entschließe mich dazu, draußen mein Buch für die Schule weiter zu lesen. Dabei frage ich mich immer wieder, wie es wohl ist, wenn man in einer kleinen Wohnung in einer Großstadt wohnt und nicht einmal einen Garten oder einen Park in der Nähe hat.

17:24: Es stinkt nach Rauch. Mein Vater hat den Grill angemacht. Ich gehe rein und mache vor der ganzen Langeweile und dem Frust freiwillig einen Salat. Sogar meine Schwester hat den Tisch gedeckt, ganz ohne Streit. Ich bin in dieser aktuellen Lage ziemlich froh, sie zu haben! Was machen die Einzelkinder wohl den ganzen Tag?

19:01: Ein Jubeln aus dem Wohnzimmer ertönt. Ich schaue nach, was es zu feiern gibt. Meine Schwester siegt in einem Spiel auf der Nintendo Switch. Aber werden wir das Coronavirus jemals besiegen können?

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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