Grüße aus dem Homeoffice – Tag 52 von Matti Koch

Trügerisches Grün

Momentan nehmen sich viele Menschen mehr Zeit für den Garten.

Der Blick auf den Rasen ist wunderbar. Alles scheint grün, nichts ist braun oder gelb und das, obwohl die Sonne den ganzen Tag scheint. Doch umso näher man kommt, umso mehr Zweifel kommen auf. Ist das etwa ein Blatt? Als man den Rasen genauer untersucht, merkt man, dass das gar kein Rasen mehr ist, auf den man zuvor so zufrieden geblickt hatte, sondern Unkraut mit einem oder zwei Grashalmen dazwischen.

Also muss alles umgegraben werden! Am besten mit einem Vertikutierer. Doch als man die ersten Meter gefahren ist, bemerkt man ein seltsames Geräusch. Nach kurzer Autopsie findet man heraus, dass die Achse des Vertikutierers gebrochen ist… Totalschaden. Also braucht man ein Ersatzgerät. Das ist jedoch nicht so einfach zu beschaffen.

Im Baumarkt gibt es nämlich keine mehr zu leihen. Nach längerem Nachdenken kommt man zu dem Schluss, dass deshalb ein neues Gerät die beste Wahl ist. Gesagt, getan.

Als man das neue Gerät dann das erste Mal ausprobiert hat, ist man verwundert und ärgert sich kurzzeitig, dass der Rasen kaum umgegraben ist. Das war man schließlich von dem alten Gerät so gewohnt. Doch bei Begutachtung des vollen Auffangkorbes verschwinden die Zweifel schnell, das neue Gerät könne nicht funktionstüchtig sein.

Nun muss noch gesät werden. Doch leider ist der Streuwagen dafür nicht geeignet. Die Löcher sind zu klein und der Rasensamen verstopft alles. Nach einem kleinem Gedankenaustausch mit den Nachbarn wird dann klar, dass man viel besser mit der Hand aussäen kann. Das machen die Profis schließlich auch so. Deshalb wird jetzt mit der Hand gesät.

Nach einigen Tagen kommt dann nochmal Bodenfrost. Als Laie denkt man, dass das Gras erfrieren könnte. Also steht man an diesen „Tagen“ mitten in der Nacht um 3 Uhr auf, um den Rasen zu bewässern, damit er keinen Schaden nimmt. Doch auch nach einer Woche hat sich nichts getan. Kein zartes Grün will sich blicken lassen. Da bleibt nur noch eins „Googlen“ – Dr. Google weiß sicher Rat!

Nach kurzer Recherche stellt sich heraus, dass Rasen gar nicht erfrieren kann (womit die Nachtschichten völlig unnötig waren) und dass er ohnehin erst nach zwei Wochen keimt.

Als dann nach drei Wochen alles endlich wieder grün ist, stellt sich nur noch eine besorgte Frage: „Ist das jetzt wirklich Rasen oder doch wieder nur Unkraut?“

Nach kritischer Begutachtung stellt man fest, dass tatsächlich überwiegend Rasen gewachsen ist und nur zwischendurch der ein oder andere Löwenzahn geblieben ist. Ein kleiner gelber Farbtupfer in all dem Grün.

Fazit: Ziemlich viel Arbeit nur für einen anderen Grünton.

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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