Grüße aus dem Homeoffice – Tag 48 von AJ

NEGATIVES POSITIV

Ohne zu leiden,
kann man sich nicht beschweren.
Und wir müssen wirklich lernen,
damit aufzuhören und uns die Zufriedenheit zu zerstören.
Wir sehen negative Dinge, wo Positives ist
und hören es nicht gerne, das Wort „Pessimist“.
Man sagt, es sei doch wurst, ob Realist oder Pessimist,
es wäre ja dasselbe….

Doch wärt ihr Realist,
dann wär es selbstverständlich,
dass ihr wisst, dass da auch Positives ist.
Denn die vielen kleinen Dinge,
die oft so nebenbei passieren, die wir immer ignorieren,
weil wir drauf und dran sind,
uns nur aufs Schlechte zu konzentrieren…
diese Dinge sind das, was uns glücklich macht.
Das passiert nicht über Nacht.

Wir machen uns Gedanken,
über alles, was nicht läuft,
und werden so immer wieder
von uns selbst enttäuscht.

Denn du bist nicht so wie sie
oder sie nicht so wie du
und du stehst nur da
und schaust nur zu.
Du beharrst darauf und wartest auf
die Wendung, die dich glücklich macht.
Du glaubst, sie käme über Nacht.
Doch jedes Mal, wenn du aufwachst,
ist es nur wieder das Alte gewohnte Du.

Doch statt es positiv zu sehen
und sich nicht selbst im Weg zu stehen,
beschließen wir Tag für Tag den komplizierten Weg zu gehen,
um zu sehen,
ob nicht irgendwo in dem,
was wir negativ machen, nicht doch was zu lachen
versteckt ist.
Und deshalb sind wir nicht Pessimist.

Wir machen das schlecht, was gut ist, und warten drauf, dass es gut wird.
Denn es selbst zu versuchen mit dem „einfach glücklich sein“, ist nicht so einfach. Nein. Denn wir könnten ja scheitern, in dem, was wir tun.
Und das tun wir oft, also lassen wir es gleich ruhn, das mit dem Glücklichsein.
Denn eigentlich gehts uns ja doch ganz gut.
„Es ist nur alles ein wenig schwierig grade.“
So lang wir jemand haben,
der uns zuhört und dabei zusieht,
wie man sich selbst irgendwie zerstört,
passt das schon irgendwie,
denn dem können wir ja zeigen, wie wir leiden.
Vielleicht kann er es ja ändern, so über Nacht.
Er könnte ja irgendwoher ahnen, was uns glücklich macht.
Und dann würde er sicher irgendwann, seine eigenen Sachen ganz kurz lassen
und er wird versuchen, uns glücklich zu machen.
Das hoffen wir insgeheim,
doch wenn man dann nach dem zweiten Glas Wein
irgendwann merkt, dass der, in den man seine Hoffnung stärkt,
sich irgendwie doch nicht so um einen schert,
dann denkt man, man ist vielleicht doch irgendwie allein.

Doch statt es so zu sehen,
dass es noch 7,5 Milliarden andere Menschen gibt,
die sicher auch irgendwie zuhören können.
Versuchen wir uns nur von dem Gedanken zu trennen,
positiv zu bleiben.
Denn man hat ja soviel anderes,
an das man denken muss und irgendwie ist alles ein wenig schwierig grade.

So geht es unter, das was schön ist.
Das, was grade eigentlich ganz gut klappt.
Denn dass wir Luxus zu sehr gewohnt sind,
stört schon gar nicht mehr.
Alle zehn Minuten muss irgendwas Neues her,
in dem wir unsere Sorgen
für kurze Zeit vergessen
und in dem wir den Grad
unserer Beliebtheit messen.
Denn wie es den anderen geht,
das können wir nicht beachten,
wir schaffen es ja nicht einmal uns selber zufrieden zu betrachten.
Also ist damit ausgeschlossen aufzuhören, den Luxus zu genießen.
Es wird sicher jemand kommen und beschließen,
dass alles, was ich unbemerkt zerstörte,
und das, was ich nahm, was anderen gehörte
wieder zu richten und meine Fußabdrücke zu vernichten.
Die, die ich in der Tierwelt hinterließ.
Die, in denen ich beschließe, den Urwald abzuholzen und die Meere zu verschmutzen, nur um den Luxus für mein Negatives positiv zu nutzen.
So handeln wir, ohne drüber nachzudenken,
denn eigentlich sind wir doch nette Menschen.

Wir wollen einfach nur glücklich sein
und schlagen dabei ab und zu –
den falschen Weg ein.

Ein Slamgedicht von unserer Mitarbeiterin AJ

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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