Grüße aus dem Homeoffice – Tag 33 von Katharina Meyer

Was uns bewegt… existenzielle Fragen heute und Krise des Ich (Projekt LK 12 DE2)

Bin ich zu fett?

Zu dünn, zu klein, zu groß, zu gelb, zu dumm, zu verfressen, zu langweilig, zu unwohl, zu müde, zu unsportlich, zu unlustig, zu hässlich?

Sind meine Haare zu lang, zu kurz, zu rot, zu normal?

Sind meine Klamotten zu alt, zu billig zu kurz, zu out?

Fragen, Fragen, Fragen.

Probleme, Probleme, Probleme.

Und mit all diesen Fragen und Problemen, diesen Lebenskrisen, muss sich die arme, arme heutige Jugend Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat herumschlagen.

Passen meine Nägel zu meiner Jacke?

Fällt es auf, dass ich dasselbe T-Shirt auch letzte Woche Dienstag anhatte? Und wenn ja – Was soll ich dann anziehen?

Fragen, Fragen, Fragen.

Probleme, Probleme, Probleme.

Doch was sind das für Probleme? Sind das wirklich die, die unsere Generation leiten?

Gewiss. Zumindest zu einem Teil. Im Laufe der Schulzeit muss sich ihnen jede(r) stellen. Schwarzes Oberteil mit schwarzer Hose?

Doch sind diese Probleme wirklich die, die unsere Generation definieren?

Gewiss nicht. Es passiert so viel in der Welt.

Rechtspopulistische Parteien.

Flüchtlingskrise.

Coronakrise.

Klimakrise.

Es wird immer wärmer und wärmer, doch anstatt etwas am Verhalten zu ändern, ändern wir unsere Sonnenbrille. Soll ja nicht Tag für Tag dieselbe sein…

Die Welt bricht vor unseren Augen auseinander. Das wissen wir. Wir sehen es. Und trotzdem verschließen wir die Augen davor.

Der Öko, der nur Secondhand-Klamotten trägt, vegan isst und in den Ferien nicht nach Mallorca fliegt, wird ausgelacht. Aber wird er ausgelacht, weil er wirklich seltsam ist oder doch eher, weil die anderen durch ihn auf ihr eigenes schlechtes Gewissen gestoßen werden?

In unserer Welt will keine(r) anders sein als die anderen. Eher ändern wir uns selbst. Denn wir müssen uns oft entscheiden: dazu gehören oder dazu zu stehen, in einigen Dingen anders zu sein?

In unserer Welt will jede(r) das aktuellste Handy besitzen. 

Niemand lebt mehr ohne Smartphone. 

Niemand lebt mehr ohne Anschluss an soziale Medien.

Jede(r) verlässt sich mehr und mehr auf Technik.

Jede(r) wird mehr und mehr ausgespäht. Wenige interessiert das.

In unserer Welt gibt es alles. Von einem Nachtlicht-Gadget für die Kloschüssel über Klamotten für den Hund bis hin zu einem Kugelschreiber, der beim Schreiben die Farbe ändert.

In unserer Welt haben wir das Gefühl, alles zu wissen. Woraus besteht ein Atom? Wie funktioniert die Vererbung? Was dachten die dichtenden Denker um 1900? Wir können schon vor der Geburt eines Kindes wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Ob es gesund ist oder nicht, Wir können schon vor der Geburt entscheiden, ob wir dem Kind das Leben schenken wollen – oder nicht.

In unserer Welt wurde alles schon gemacht. Nirgends können wir mehr die ersten sein. 

Der erste Mann auf dem Mond? – Neil Armstrong!

Der erste Mann am Südpol? – Roald Amundsen!

Wie eine Karaoke-Welt: Man kann es zwar machen, aber man macht es nur nach.

Weil alles gemacht wurde.

Weil wir alles wissen.

Doch es gibt Dinge, auf die wir keine Antwort wissen, für die wir keine Lösung parat haben!

Wie gehen wir mit den Flüchtlingen um?

Wie wird sich die aktuelle Lage entwickeln?

Werden Rechte in Zukunft unser Land wieder übernehmen?

Bleibt Trump mit seinen Atombomben schön bei sich in Amerika?

Fragen, Fragen, Fragen.

Probleme, Probleme, Probleme.

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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