Endlich draußen? … Grüße aus dem Homeoffice – Tag 20 von Nina Mosseri

Ein Tag draußen

8:00 Aufstehen! Ich versuche, den Alltag zu strukturieren, indem ich immer um 8:00 aufstehe. Heute Morgen ist es schwer, jedoch nicht unmöglich.

8:10 Okay, jetzt aufstehen! Ich öffne die Vorhänge in der Hoffnung auf Sonne. Sie ist da. Danach nehme ich mir vor, ein Workout zu machen, man muss ja irgendwie sportlich bleiben. Nach meinem Workout fühle ich mich gleich viel besser und kann motiviert in den Tag einsteigen.

9:00 Frühstücken! Meine Lieblingszeit! Meistens esse ich Müsli, aber nicht immer! In der Zeit zuhause habe ich mehr Zeit, um ein kreatives Frühstück vorzubereiten. Heute Morgen ist es aber Müsli. Ich will nämlich gleich raus, um etwas einzukaufen! Das zweite Mal im Supermarkt seit der Quarantäne! Hat sich was verändert?

9:30 Wir fahren endlich los! Meine Mutter und ich kommen bei Edeka an. An der Tür steht ein Scurity-Mann mit einer leuchtenden Weste. Er erzählt uns, dass wir beide einen Einkaufswagen benutzen müssen, wenn wir den Laden betreten wollen. Zuerst verstehen wir nicht, warum, gleich darauf wird mir das klar. Es dürfen jetzt nur eine kontrollierte Menge an Menschen hinein, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Also, es hat sich schon was verändert.

9:50 Wir teilen uns auf. Ich gehe zu Rossman, wo zu den gleiche Maßnahmen gegriffen wird. Zusätzlich sind auf dem Boden Linien geklebt, um zwei Meter Abstand zu halten.

10:00 Ich kaufe meine zwei Artikel und bemerke, wie die Atmosphäre anders ist. Die Leute meiden jeden Kontakt zueinander, jeder läuft mit einer besorgten Miene rum und manche tragen sogar einen Mundschutz.

10:10 Ich sitze wieder im Auto. Zum Glück hat meine Mutter mir die Schlüssel gegeben. Auf dem Weg zurück sehe ich eine Schlange von Menschen vor Edeka. Wer hätte gedacht, dass es in Scheeßel so weit kommt? Ich kann jetzt warten und meine Gedanken sortieren. Was für eine gruselige Zeit.

10:30 Meine Mutter ist noch nicht zurück. Ich versuche, mich zu beschäftigen, werde jedoch nur von meinen Gedanken abgelenkt. Wie lange wird das dauern? Warum musste es im März passieren? Wann kommt meine Mutter zurück?… die Nachrichten! Corona, Corona, Corona. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Menschen fühlen sich nicht sicher und es soll eine App für Corona-Tracking oder -Tracing geben.

11:30 Meine Mutter ist da und die Batterie des Autos ist leer. Sie versucht, den Motor anzukriegen, er versagt jedoch. Ich bin eigentlich nicht dumm, aber diese blöde Aktion hätten wir uns sparen können. Warum habe ich nicht daran gedacht, dass das Radio die Energie der Batterie benutzt? Auf jeden Fall sucht meine Mutter nach Möglichkeiten, um das Auto zu starten. Sie findet schließlich eine Freundin auf dem Parkplatz und fragt, ob diese uns zur Tankstelle fährt.

12:00 Okayyy, wir sitzen im Auto. Die Tankstelle hatte uns eine Batterie gegeben, um das Auto zu starten. Der Spaziergang zum Edeka zurück erlaubt mir, mich bei meiner Mutter zu entschuldigen, am Ende ist es wieder gut. Wir kommen an und versuchen, das Auto mit der Batterie anzukriegen, was uns gelingt!

12:15 Wir fahren nachhause und ich packe das Essen ein, während meine Mutter rumfährt, um die Batterie des Autos aufzuladen. Das war ein schönes Abenteuer in diesen Zeiten von Corona. Das zweite Mal wirklich draußen und schon so viel erlebt! Ich mache normal mit meinem Nachmittag weiter und räume das Haus auf.

17:17 Ich bin fertig! Ich weiß nicht, wieso Menschen denken, dass Putzen einfach sei. Auf jeden Fall hatte ich Zeit, um nochmals über diese ungewöhnliche Situation nachzudenken. Ich bin einfach nur froh, dass wir die Möglichkeit haben, uns zu beschützen und uns selber zu isolieren. Viele haben keine Chance, um zu überleben. So viel Ungerechtigkeit!

20:00 Am Ende ist dies ein sehr gelungener Tag, trotz der Umstände! Ich sitze mit meiner Familie auf dem Sofa und schaue einen Film. Ich hoffe nur, dass wir viel aus dieser Situation lernen. Die Gesellschaft, das Gesundheitssystem und die Arbeitswelt müssen sich durch diese Krise verändern!

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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