Grüße aus dem Homeoffice, Tag haben wir vergessen!

Schlafen, Schule, Essen – was sonst jeden Tag seine feste Zeit hat, verfällt jetzt der Willkür. Jeder Tag ist gleich: Schlafen, Essen, Schulaufgaben. Doch da man selbst diese zu einer selbstwählbaren Zeit erledigen kann, entfällt die Pflicht und damit auch das sinnvolle Beschäftigen. Alternativen müssen her! Es kann doch nicht so weitergehen, dass man neben den Aufgaben nur zockt. Däumchen drehen, Garten pflegen, Hauptsache etwas zu tun haben anstatt PS4, Netflix und Co. Alltagsübliche Sachen wie zu Beispiel das Frühstücken wirken langweilig und nervig. Was in den Ferien als angenehm empfunden wird, wirkt jetzt einengend und uninteressant. Wir ziehen einen Vergleich unseres Alltagsablaufs, der, wie uns ein Freund gesagt hat, sich wie eine Dreiviertelquarantäne anfühlt. Für uns fühlt sich jeder Tag fast genauso an wie der vorherige. Schlafen, am besten möglichst lange, damit der Tag kürzer erscheint. Essen, was eher zu einer Pflichtaufgabe wird, und – natürlich – Schulaufgaben erledigen. Stress ist in diesen Tagen überhaupt nicht vorhanden. Doch jeder Mensch erlebt die Situation unterschiedlich. Manche genießen die freie Zeit und machen einfach mal gar nichts, für andere ist es die reine Qual, jeden Tag das gleiche zu tun, immer eingeschränkt zu sein. Doch eines fehlt allen: die sozialen Kontakte. Diese bieten uns oft Halt in dieser hektischen Welt, doch jetzt scheint die Welt nahezu stillzustehen und trotzdem fehlen sie uns, weil sie das Wichtigste in unserem Leben sind. Einmal die Woche, immer samstags: Zeitungaustragen. Sonst eigentlich immer eine Pflichtaufgabe, denn ob Regen oder Sonne, die Zeitung muss weg. Es erübrigt sich von selbst zu erwähnen, dass das nicht immer toll ist. Doch in dieser Zeit erscheint es mir wie ein Freigang auf dem „Gefängnishof“, einmal raus, sich über einen Sicherheitsabstand mit Leuten unterhalten. Zwei Stunden, in denen man mal von zu Hause weg kommt. Zwei Stunden, in denen man mal etwas sozialen Kontakt mit seinen Mitmenschen (nicht nur denen im gleichen Haushalt) hat. Ansonsten fehlen diese Kontakte bei uns komplett. Nur die Mitmenschen aus dem Haushalt/Hof haben noch etwas von einem, bis man sich wieder besinnt und Abstand zu den Großeltern hält und den Kontakt ihnen zuliebe minimiert. Besonders ein Geburtstag wirkt in dieser Zeit wie ein normaler Tag, nur mit Geschenken, sogar ohne Umarmung. Das kleine Örtchen Westerholz und der etwas größere Ort Stemmen wirken wie ausgestorben. Die Welt steht still, es wirkt so, als ob Thanos mit seinem Infinity-Handschuh geschnippt und die halbe Weltbevölkerung verschwinden lassen hat. Doch solange man den Grund versteht, sind solche Maßnahmen verständlich und gut – und der Covid-19-Virus ist ein guter Grund. Leider gibt es immer noch Leute, die die Ernsthaftigkeit des Problems bzw. der Pandemie nicht wahrnehmen. Manche Menschen bleiben nicht zuhause, darunter auch häufig Risikogruppen. Dieses Verhalten hat in manchen Ländern bereits zu Ausgangsperren geführt, weil Menschen sich nicht an Regeln halten konnten. Wir wissen nicht, was das Richtige ist. Ausgangssperren und die Bevölkerung zuhause einzusperren und dadurch eine Verbreitung des Virus noch stärker zu verlangsamen oder alles zu lassen, wie es jetzt ist, keine Ausgangssperre, aber an die Vernunft der Bevölkerung zu appellieren, das sie zuhause bleiben. Es gehen Bilder von leeren und sauberen Grachten aus Venedig um die Welt und man hört von applaudierenden und singenden Bewohnern ganzer Straßen in Italien, sodass man sich am Ende noch einmal mehr fragt, warum wir Menschen es nur in Krisensituationen schaffen zusammenzurücken und unseren Planeten zu schützen. Warum machen wir es nicht immer so? Warum muss es erst einen Virus geben, der uns unter anderem zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Klopapier sind. Wir zitieren hierbei die Worte des Bäcker Bosselmann aus Hannover: „In guten Zeiten halten wir zusammen, in schlechten Zeiten noch mehr“. Lasst uns also einfach alle zu Hause bleiben und diesen ewigen langweiligen Alltag ertragen. Denn indem wir faul auf der Couch liegen, können wir Leben retten. Wir müssen also nur verstärkt tun, was wir in anderen Zeiten wollen, aber nicht dürfen. Deshalb eine ganz klare Botschaft: Bleibt zu Hause!

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