Bon beim Bonbon?

Seit dem 01. Januar 2020 gilt in ganz Deutschland die Bonpflicht. Aber warum? Damit ich meinen Bonbon, falls er mir nicht geschmeckt hat, wieder umtauschen kann? Die Bonpflicht wurde eingeführt, um ,,schwarze Kassen“ bzw. Steuerbetrug zu vermeiden. Viele Unternehmen müssen sich jetzt bemühen, Kassenzettel zu drucken – auch Bäcker und Apotheken bleiben vor der Bonpflicht nicht verschont. Doch die Meinungen der Bürger sind eindeutig: Die Bonpflicht ist unnötig und sei bloß ein Schildbürgerstreich. Doch leider ist das nicht so.

Mit der Einführung der Bonpflicht ist in Deutschland eine große Aufregung entstanden. Wofür ist die Bonpflicht gut? Etwa, um das 25 Cent Brötchen beim Bäcker oder den Bonbon mit falschem Geschmack umzutauschen, weil ich es mir nicht geschmeckt hat? Jeder noch so kleine Einkauf wird mit einem Bon quittiert. Wo soll das hinführen? Sollen jetzt etwa auch die Lehrer-Bestechungsgelder quittiert werden, wie ein Twitter-Nutzer schreibt. Viele Bürger ,,bedauern“ die Bäcker, die jetzt auch für jedes Brötchen einen Kassenbon herausgeben müssen. Jedoch wandert dabei jeder zweite Bon direkt wieder in den Müll oder will vom Kunden gar nicht erst angenommen werden. Manche Kassenbons werden auch einfach draußen auf dem Parkplatz fallen gelassen. Manche Supermarktketten wie beispielsweise die Supermarktkette REWE scheinen aber kein Problem mit der Bonpflicht zu haben – 60% des Kassenbons ist mit Werbung bedruckt! Wieso? Noch mehr Müll? Die Bonpflicht schützt (somit) in keiner Weise die Umwelt bzw. die Natur, was gerade in Zeiten des Klimaschutzes nicht akzeptabel ist. Die Bons, die in draußen herumliegen, sind (ebenfalls) nicht gut, da Bons Sondermüll sind, da sie aus Thermopapier bestehen. Der BUND warnt schon lange davor, das dieses Papier ist ebenfalls nicht gut für die Gesundheit ist, da es krebserregende Stoffe enthält. Durch Kassenbons entsteht jetzt immer mehr Sondermüll, der schließlich irgendwo entsorgt werden muss. Man stellt aktuell jedoch infrage, ob es so sinnvoll ist so viele Kassenzettel entsorgen zu müssen, die durch die Bonpflicht entstanden sind bzw. noch entstehen werden – das Jahr ist noch lange nicht vorbei. Warum merkt denn keiner, dass Unmengen an Müll durch die ganzen neuen Kassenbons entstehen werden?

Die Bäcker aus Scheeßel stellen sich gegen die Bonpflicht und wollen alle nicht gewollten Kassenbons sammeln, und diese Bons dann nach Berlin zu bringen, um diese Olaf Scholz vor die Füße zu legen. Damit wollen sie zeigen, welche Unmengen an Müll durch Kassenbons entstehen und dass sehr viele Kunden keinen Kassenbon möchten.

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten der Bonpflicht haben einige Läden schon Lösungen gefunden. Sie haben Systeme entwickelt, die Rechnungen bzw. Kassenbons per eMail an die Kunden schicken oder per QR-Codes die Kassenbons direkt auf die Handys der Kunden bringen, schließlich bleibt dabei das ganze Papierchaos und der Müll durch Kassenbons aus. Es gäbe auch eine weitere Lösung die die Bürger freuen würde, da nicht jeder ein Handy oder allgemein die Möglichkeit besitzt, auf digitale Kassenbons zurückzugreifen: Wer wirklich einen Kassenbon möchte, sagt es den Verkäufern und die drucken nur dann, um Müll zu vermeiden, einen Bon aus. Ansonsten gäbe es noch eine weitere, letzte Möglichkeit, dass jeder Einkauf erst ab einem bestimmten Mindestbetrag einen Bon dazu bekommt, damit man sich nicht jeden einzelnen Bonbon für 10 Cent quittieren lassen muss.

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