Adventskalender Türchen 21

Auch ein Steven, aber nicht der King; Teil 1 des Adventskalender-Finals

Am Frühstückstisch bekam er sein morgendliches Frühstück, aus einem Schwarzbrot mit Salami und Mayonnaise bestehend, nicht mal zur Hälfte runter. Um Punkt sieben Uhr dreißig stand er neben Maria, Finn und seinem besten Freund Jonas. Maria ist eine sehr ordentliche, schlaue, aber schüchterne Person. Finn und Jonas sind das Backup von Max, der sowas wie der Gruppenanführer ist.

Als sie ihn heute sahen, fragten sie sich, was mit ihm passiert sein musste.

Diesen Blick hatten sie schon zweimal vorher an ihm gesehen. Das erste mal, als er von seinen Eltern geschlagen wurde, weil er die orientalische Vase von seiner Großmutter zerstörte. Beim Zweiten viel schlimmerem Mal, war er eine halbe Woche nicht ansprechbar und wurde von seinen Freunden zum Psychiater gebracht. Nach der Behandlung kam raus, dass er am Vortag um 22 Uhr am Bahnhof gestellt wurde, und von einem vierzigjährigen Pädophilen trocken vergewaltigt wurde. Er kam tränenüberströmt nach Hause, warf sich in die Arme seiner Mutter und ließ sich hysterisch wiegen. Seine Mutter Birgit konnte ihn erst nach zwei Stunden dazu zu bringen, etwas zu essen. Seine Bewegungen waren steif, unkoordiniert und langsam.

Als er am nächsten Tag in der Schule von seinen Freunden begrüßt wurde, konnte er nichts erwidern und auch während des Unterrichts saß er nur in der Ecke und schwieg. Dabei war es sein Lieblingstag Donnerstag, er hatte nur fünf Stunden und zwar Sport, Deutsch und Religion. Außerdem war es der Tag, an dem seine Mutter nicht zuhause war und er wußte, dass es zuhause bei seinem Vater Pfannkuchen gab. Normalerweise schwärmte er donnerstags in der letzten Stunde schon davon, aber diesen Tag, konnte ihn nichts erheitern oder aus seiner Schockstarre befreien. Sein Vater tat alles, um ihn zu einem Gespräch zu ermutigen oder einfach nur ihn zum Essen zu bringen. Nach dieser halben Woche hatte er fast die Hälfte seiner Muskulatur abgebaut und mindestens vier Kilo abgenommen. Er war ein Schatten seiner selbst und die gewohnte Heiterkeit, wich einer starken Depression die lange anhielt. Seine Freunde verzweifelten und hatten ihn damals schon fast aufgegeben – das waren die Gedanken, die Maria durch den Kopf schossen. Sie hoffte, dass er sowas nicht nochmal durchmachen musste. Maria und Max kennen sich nun schon fast acht Jahre und Maria hatte es geschafft, zu Max durchzudringen. Sie waren seit zwei Monaten zusammen und sie durchlebte panische Ängste, dass Max sie vergessen würde und sie dann alleine wäre.

Er fürchtete sich, wollte sich verstecken, in seine Traumwelt flüchten und das stellen, was ihn seit Tagen nicht schlafen ließ. Aber er hatte Angst, wieder einzuschlafen.

Es dauerte fast eine Woche, bis er sich so weit erholt hatte, dass er sich seinen Freunden öffnen konnte. Max saß still am Frühstückstisch und brachte zur Freude seiner Mutter wieder sein Brot runter. Seine Eltern, Sebastian und Birgit trafen sich zwanzig Minuten später in der Küche. Birgit geht strahlend auf ihn zu, umarmt ihn und sagt, dass es mit Max aufwärts geht. Sebastian, zwar glücklich aber doch kritisch rätselt darüber, was seinem Sohn so eine Angst einjagen konnte. 

Auch er erinnerte sich an die Zeiten, wo sein Ein und Alles in Embryonalstellung in der Ecke lag und leise wimmerte. Egal, was passiert, dachte er: ,,Ich sorge dafür, dass mein Sohn eine glückliche Kindheit hat und nicht gequält wird und so leiden muss wie er selbst.

Teil 2 erwartet euch morgen in Türchen 22

Ihr Steven Krause

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