Fernweh – Usedom ich komme!

Die Sonne geht langsam unter, die Koffer stehen gepackt in der Ecke, nur der Schminkkoffer wartet darauf, am nächsten Tag gepackt zu werden. Ich habe mir vorgenommen, nicht lange wach zu bleiben, doch vor Aufregung schlafe ich nicht vor 23 Uhr ein. Gedanken schwirren durch meinen Kopf: ,,Wie wird es wohl sein? Ist alles wie früher? Hoffentlich wird es nicht regnen! Sind dort hübsche Jungs…?“

Der nächste Morgen. Die Sonnenstrahlen kitzeln mich an der Nase, der Wecker klingelt und die Spannung steigt. Runter in die Küche, einen Toast machen, einen schönen heißen Pfefferminztee trinken und danach fertig packen. Der Schminkkoffer ist nun endlich fertig, schnell das Handykabel einstecken und das Kuschelkissen darf auch nicht fehlen. Dann geht es los. Die Zeit vergeht, ich schaue aus dem Fenster und die Bäume und Autos streifen nur so an mir vorbei. Angekommen…endlich! Wir sind in Zempin.

Die Möwen kreischen, ein sachter Wind weht und die Sonnen scheint so wundervoll und warm, dass man sich am liebsten direkt ausziehen und an den Strand legen möchte. Die Bäume rauschen im Wind und die Haare wehen wild im Gesicht. Angekommen in der Unterkunft auf Usedom. Das Gefühl endlich wieder da zu sein, macht mich glücklich. Routine kehrt ein, es wird eingekauft, die Koffer werden ausgepackt. Zwei Wochen Strand… ich komme! 

Der erste Tag, ich wache auf, gehe in meinem Nachtkleid hinaus auf den Balkon, es ist etwas frisch, ein kleiner Wind weht, schon kriecht der Duft von frischen Brötchen in meine Nase. Ein bisschen fühle ich mich wie eine Prinzessin in einem kleinen Schloss. Auf einmal ein lauter Schrei, ich wache aus meinem Tagträumen auf, renne in meinem Kleid hinein und sehe meine kleine Schwester mit dicken Tränen in ihren kleinen Kulleraugen. Sie sagt: Maxi, ich habe dich gesucht, wo warst du, ich dachte du kommst nicht mehr wieder. Ein kleines Schmunzeln auf meinen Lippen. Ich nehme sie fest in den Arm und flüstere ihr ins Ohr, dass ich sie niemals verlassen würde.

Leider ist es so kalt, dass wir fast mit Winterkleidern an den Strand gehen müssen. Doch der Tag ist so schön, das selbst dieses Wetter nicht davon abhält die Füße in das Wasser zu halten.

Die drei Stunden vergehen wie im Flug, leider aber so schnell, dass es langsam Zeit wird nach Hause zu gehen. Nach dem Mittagessen kam meine Schwester noch zu mir und sagte mir leise ins Ohr:,, Maxi ich gehe jetzt schlafen, passt du auf mich auf? Ich hab ihr mein Versprechen gegeben uns sie ging davon in ihr Bettchen. Nach dem die kleine Prinzessin ausgeschlafen hat, gingen wir erneut zum Strand, es war so warm wie noch nie, doch ein leichtes Lüftchen ging noch immer. Der Sand ist so warm und angenehm auf der Haut, so leicht und doch so kratzig. Auf der Düne legen sich die Pflanzen in den Wind. Schon bald mussten wir nach Hause. Der Abend klang aus und vom Balkon aus beobachtete ich den wunderschönen und klaren Sonnenuntergang. Fernweh plagte mich, aber nicht etwa zu meinem Zuhause, nein im Gegenteil, der Strand, er fehlte mir, auch wenn er nur 500 Meter von mir entfernt war und man das Toben der Wellen hören konnte. 

Die Sonne ist untergegangen. Von Tag zu Tag wurde es immer wärmer und wärmer.

An meinem Geburtstag wurde ich sacht von den Vögeln und den Sonnenstrahlen geweckt. 

Maxi aufstehen, happy Geburtstag to dich!, hörte ich und bin aufgewacht. Meine Familie stand am Bett und sang ein schönes Lied. Auch dieser Tag verging wie im Fluge. Schon bald musste ich wieder auf Wiedersehen sagen, es war traurig, in das Gesicht meiner Schwester zu schauen. Sie war so traurig wie noch nie, Fernweh für sie und für mich, was kann schlimmer sein als Goodbye zu sagen….

von Maxi Kahlbrecht

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