Fußball kann langweilig sein? – Ein Bericht über den Frauenfußball

2 Wochen nach dem Finale der Fußball Frauen-Weltmeisterschaft. Die USA gewann das Turnier gegen die Niederlande im Finale mit 2:0. Doch erinnert sich an diesem Tag, dem 21. Juli, genau 2 Wochen danach, noch eine Person an diese WM? Wir haben einen interessanten Kreislauf entdeckt, der darüber Klarheit schaffen könnte.

,,Ist das hier Drittligafußball oder die Frauen-WM?“, fragt sich der Durchschnittszuschauer vorm Fernseher. ,,Schade.“, denkt er sich. ,,So gerne würde ich die Sommerpause mit einer WM überbrücken, aber dieser Fußball…“. 100 Meter weiter in der Dönerbude: ,,Ali, wollen Fußball gucken auf Fernseher?“ ,,Ne Kurt lass mal, wir bleiben beim Radfahren, interessiert die Besucher mehr“. So wird die Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland häufig aufgenommen. Zwar zählt die Nationalmannschaft zur Weltspitze, die Begeisterung schwappt aber nur geringfügig auf die Fans über.

Im 2.087 Kilometer entfernten Spanien wird kräftig in den Frauenfußball investiert. Die erste Liga boomt, zum Topspiel FC Barcelona gegen Atlético Madrid kamen 60.000 Zuschauer, auch die Nationalmannschaft begeistert mit Offensivfußball. Aber ob es zum WM-Titel reicht?

Zurück nach Deutschland: In der deutschen Frauen-Bundesliga fehlt es an Spannung, weshalb sie wenige Zuschauer anzieht. Der VfL Wolfsburg dominiert die Liga nach Belieben, ist international aber chancenlos. Vier Punkte dahinter der FC Bayern. Dem Rest der Teams stehen nicht genug Geld oder gute Spielerinnen zur Verfügung, um mithalten zu können. Der Fußball der Absteiger ist nahezu erschreckend, die dazugehörigen Herren-Vereine hingegen spielen um die Europa-League bzw. Champions-League. Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und Bayer Leverkusen. Diese Teams belegen die letzten drei Plätze: aus 22 Spielen 1 Punkt, 16 Punkte und 18 Punkte. Oft ansehnliche Spielzüge und guter Kampf, aber nicht bundesligareif. Immerhin sind diese Vereine finanziell abgesichert, weil die Herrenclubs Bundesliga spielen. Andere Vereine wie zum Beispiel Turbine Potsdam, die vor einigen Jahren noch um die Meisterschaft spielten, stehen diese finanziellen Mittel nicht zur Verfügung. Sie beendeten diese Saison auf Platz 3; hinter Wolfsburg und den Bayern.

Ein Grund für den finanziellen Notstand, was den Vergleich zwischen Damen-und Herrenclubs betrifft, sind die Zuschauerzahlen. Der Frauenfußball ist in einer Art Endlosschleife gefangen. Durch geringe Zuschauerzahlen bekommen die Fußballerinnen weniger Geld, weil viele Menschen den Fußball zu unattraktiv finden. Dies wiederum liegt daran, dass die Frauen den Sport nicht professionell betreiben können, weil ihnen das Geld nicht ausreicht. Sie müssen Nebenjobs suchen und sich nebenbei weiterbilden, weil sie sich nicht bis zum Lebensende abdecken können. Würde der Frauenfußball bekannter werden, die TV-Gelder steigen und die Frauen den Sport professionell betreiben, würde es zu einem noch größerem Markt kommen, ein weiterer Punkt auf der langen Liste der heutigen Sportarten. Dies würde zum Vorteil haben, dass man sich wenigstens im Fußball für Männer oder Frauen entscheiden kann, sodass der Durchschnittszuschauer auch begeistert die Frauen-Bundesliga schauen kann.

Von Mathis Henke und Silas Kasulke

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