Wöchentliche Kolumne: Hipster – food and fake

Vegan, schön angerichtet und nicht so lecker wie es aussieht:

Hipsteressen. Hauptsache ein Foto für Instagram oder Snapchat mit dem Hashtag #vegan oder #healthy ist mit drin.

Momentan ist gefühlt jeder auf der Veganer-Trendsetter-Schiene. Man isst vegan, weil es „fame” ist. Oder anders gesagt, isst man gar nicht mehr. Jedenfalls nichts mit vielen Nährstoffen. Eine Smoothie Bowl am Vormittag, am Abend ein Protein-Shake. Zwischendurch ein low-carb Müsliriegel, aber nur einmal die Woche. Zu viele Kalorien und zu hohes Risiko auf ungewollte Cellulite.

Skinny oder schlank, fame und schön. So werden die abgehungerten Mädchen und Frauen auf Instagram genannt. Ich las eine Studie, dass Instagram krank mache. Es führe zu Magersucht. Wenn ich mir das Verhalten meiner Altersgruppe so anschaue, ist das durchaus denkbar. Viele junge Mädchen nehmen sich nämlich ein Beispiel an den “skinny influencern” auf Instagram und ändern schlagartig ihre Ernährung. Von normal zu „Ich hatte heute schon ein Knäckebrot. Das reicht mir, ich bin satt“.

“Bin ich ein Schönheitsideal? Ich muss eines werden!”

Das denken sich viele junge Mädchen und bekommen dadurch ernsthafte Gesundheitsprobleme. Die Frage sollte lauten: Muss ich ein Schönheitsideal sein? Was ist mit der natürlichen Schönheit?

Mit Botox, Photoshop, skinny girls und low-carb Müsliriegeln werden Teenager täglich durch Social Media konfrontiert. Sie werden vegan und hören auf, ausgewogen zu essen. Fame vegan! Das soll keine Kritik an den Veganern sein. Vegan zu leben, kann sehr gesund sein, wenn man es richtig macht. Aber ist es richtig, vegan zu leben oder vegane Lebensweise zu faken für den Fame?

Grotesk wird’s, wenn man in veganen Hipster-Restaurants sitzt, fünf Gramm Spinat „genießt“, sich innerlich für seine gesunde Lebensweise feiert, ein Foto für Instagram schießt, nur, um danach eine E-Zigarette zu rauchen.

Die Influencer sehen oft in Wirklichkeit ganz anders aus, außerhalb der Fotos. Vor der Kamara sind sie Veganer, geben vor, noch nie daran gedacht zu haben, eine Pizza zu essen oder eine Cola zu trinken, und sie sind fame, weil sie sich fame fühlen. Wenn das „zufällige” Hipsterfoto entstanden ist, wird es noch „kurz“ für drei Stunden mit Fotoshop zensiert und hochgeladen –

Fake gesund, Fake skinny und Fake schön!

(Eine Kolumne von Ajanja Hildebrand, Redakteurin)

Veröffentlicht von Drea Voe

Lehrerin an der Eichenschule in Scheeßel

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